Thüringen intensiviert Kampf gegen Steuerhinterziehung durch Influencer
Influencer in Thüringen müssen sich auf verstärkte Kontrollen durch das Finanzamt einstellen. Das Land hat eine spezielle Taskforce eingerichtet, um die Einnahmen und die Steuerehrlichkeit von Social-Media-Persönlichkeiten zu überprüfen. Finanzministerin Katja Wolf (BSW) betonte in Erfurt, dass es im digitalen Bereich kein Steuerdefizit geben dürfe.
Taskforce durchforstet Social-Media-Kanäle
Eine 15-köpfige Expertengruppe aus Finanzverwaltung und Steuerfahndung untersucht derzeit verschiedene Plattformen auf Influencer-Aktivitäten. Bisher wurden über 500 hauptberufliche Influencer mit Sitz in Thüringen identifiziert, einige davon mit mehr als einer Million Followern. Die Zahl der nebenberuflich Tätigen ist noch unbekannt.
Die Ministerin erklärte, dass die Geschäftsmodelle vielfältig sind und von Werbung über Abo-Systeme bis zu Spenden reichen. Steuerlich relevante Einnahmen können auch Sachwerte umfassen. Unwissenheit schützt nicht vor der Besteuerung von Einnahmen, so Wolf.
Steuergerechtigkeit und Aufklärung im Fokus
Ziel ist es, Steuergerechtigkeit mit anderen Berufsgruppen herzustellen und junge Influencer aufzuklären. Dazu hat das Ministerium einen Flyer als Steuerguide veröffentlicht. Hilfsangebote reichen bis zu Tipps für Selbstanzeigen bei Steuerdefiziten.
Erste Betriebsprüfungen für den Zeitraum 2021 bis 2023 haben begonnen. Bei einigen Influencern waren die steuerlichen Verhältnisse in Ordnung, doch es gibt noch erhebliche Grauzonen. Die Recherchen sind aufwendig, da oft nicht mit Klarnamen gearbeitet wird und Auslandsbezüge eine Rolle spielen.
Mögliche Steuereinnahmen und bundesweite Entwicklungen
Fachleute schätzen mögliche Steuereinnahmen in einstelliger Millionenhöhe für Thüringen. Andere Bundesländer nehmen Influencer-Einnahmen ebenfalls in den Blick, wobei große Länder sogar eigene Steuerbereiche erwägen, da von Umsätzen bis zu einer Milliarde Euro ausgegangen wird.
Bisher führten Thüringer Finanzbehörden 22 Ermittlungen gegen Influencer durch, mit zwei Aufforderungen zu Steuernachzahlungen in Höhe von insgesamt 30.000 Euro. Verlässliche Ergebnisse werden bis Jahresende erwartet.



