Glasfaser-Umfrage: Jeder fünfte Haushalt nutzt vorhandenen Anschluss nicht
Im digitalen Zeitalter ist eine zuverlässige Internetverbindung für viele Menschen von enormer Bedeutung. Glasfasertechnologie bietet hierfür die beste und stabilste Lösung. Dennoch entscheiden sich zahlreiche Haushalte bewusst dagegen, die modernste verfügbare Technologie zu nutzen, wie eine aktuelle Untersuchung deutlich macht.
22 Prozent nutzen Glasfaser-Anschluss nicht aktiv
Laut einer repräsentativen Online-Umfrage des Vergleichsportals Verivox verzichten in Deutschland 22 Prozent derjenigen, die Glasfaser im Haus verfügbar haben, bewusst auf die Nutzung dieser Technologie. Die Umfrage basiert auf Antworten von etwa 1.500 Personen im Alter zwischen 18 und 79 Jahren, die bisher keinen Glasfaser-Tarif abgeschlossen haben. Der Rest der Befragten hatte entweder keinen Zugang zu Glasfaser oder war sich über die Verfügbarkeit nicht im Klaren.
Die Hauptgründe für die Ablehnung der Glasfasertechnologie sind vielfältig:
- Viele Nutzer zeigen sich mit ihrem bestehenden Internetanschluss zufrieden, sei es über Fernsehkabel oder VDSL-Telefonleitungen
- Einige fürchten den organisatorischen Aufwand bei einem Anbieterwechsel
- In Mehrfamilienhäusern verhindern Vermieter häufig die notwendige Inhouse-Verkabelung
Preisentwicklung und Verfügbarkeitslücke
Obwohl Glasfaser-Internet in der Vergangenheit häufig teurer war als andere Technologien, haben sich die Preise in letzter Zeit deutlich gesenkt. Viele Anbieter locken mit attraktiven Rabatten und Sonderangeboten, um Kunden für Glasfaser-Tarife zu gewinnen. Die Verivox-Umfrage zeigt, dass die Zurückhaltung gegenüber der neuen Technologie langsam abnimmt.
Vor einem Jahr lag der Anteil der Befragten, die trotz verfügbarem Glasfaseranschluss auf die Nutzung verzichteten, noch bei 32 Prozent - also zehn Prozentpunkte höher als bei der aktuellen Erhebung. „Unsere Daten zeigen, dass die Lücke zwischen verfügbaren und aktivierten Anschlüssen sinkt, aber immer noch beträchtlich ist“, erklärt Verivox-Experte Jörg Schamberg. „Hier schlummert viel ungenutztes Potenzial für schnelleres Internet in deutschen Haushalten.“
Glasfaserausbau in Deutschland schreitet voran
Der Ausbau der Glasfaserinfrastruktur läuft in Deutschland auf Hochtouren. Die Deutsche Telekom investiert seit Jahren Milliardenbeträge in die neue Übertragungstechnologie und baute 2025 Glasfaser-Kabel bei 2,5 Millionen Haushalten aus. Dabei handelt es sich um sogenannte „Homes Passed“, bei denen die Glasfaserleitung mindestens bis vor die Haustür verlegt wurde.
Allerdings wurde nur bei einem Teil dieser Haushalte die Verkabelung bis in den Keller (FTTB, „Fiber to the Basement“) oder direkt in die Wohnung (FTTH, „Fiber to the Home“) realisiert. Konkurrent Vodafone startete vergleichsweise spät mit dem Glasfaserausbau, sodass der Vorsprung der Telekom erheblich ist. Neben diesen großen Playern mischen auch kommunale Unternehmen wie NetCologne und privatwirtschaftliche Firmen wie die Deutsche Glasfaser im Wettbewerb um den Breitbandausbau mit.
Die Umfrageergebnisse verdeutlichen, dass trotz des fortschreitenden Ausbaus und sinkender Preise noch erhebliche Hürden bei der flächendeckenden Nutzung von Glasfaser-Internet bestehen. Sowohl psychologische Barrieren bei den Verbrauchern als auch strukturelle Probleme in Mehrfamilienhäusern müssen überwunden werden, um das volle Potenzial der Technologie auszuschöpfen.



