Aussichtsplattform der Maria-Magdalenen-Kirche in Templin wieder geöffnet
Aussichtsplattform in Templiner Kirche wieder offen

Die Templiner und ihre Gäste haben ein touristisches Kleinod zurück. In der Maria-Magdalenen-Kirche können sie wieder hoch hinaus und den Ausblick über die Stadt genießen. Die Evangelische Kirchengemeinde Templin hat den maroden Boden der Aussichtsplattform auf der Kirche sanieren lassen.

Beste Aussicht nach 134 Stufen

Was für eine Aussicht! Vor allem, wenn die Sonne über Templin strahlt und ein paar dekorative weiße Wölkchen am Himmel entlangziehen. Es ist unbestritten: Die Aussichtsplattform auf der Maria-Magdalenen-Kirche in mehr als 30 Metern Höhe bietet einen imposanten Blick über Templin und vor allem seine historische Innenstadt.

Morsche Bretter gefährdeten Besucher

Kein Wunder, dass Touristen wie Einheimische den Aufstieg über 134 Stufen vorbei an der großen Kirchenglocke auf sich nehmen, um diese Aussicht genießen zu können. Doch zuletzt blieb sie Besuchern verwehrt. Die Evangelische Kirchengemeinde Templin hatte im Oktober vergangenen Jahres die Plattform sperren müssen. Zu marode und stellenweise verfault waren die Holzbohlen des Laufgangs rund um den Turm. „Die Bretter kamen teilweise schon hoch“, beschrieb Cordelia Slingerland von der Geschäftsführung der Kirchengemeinde die Situation. „Wenn sie feucht waren, waren sie extrem rutschig“, ergänzte Heiko Sperling, ehrenamtlicher Gästeführer in der Kirche. Kurz: Die Unfallgefahr war zu groß.

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Inzwischen gehört die Sperrung der Aussichtsplattform der Vergangenheit an. Im März hatte die Kirchengemeinde den Laufgang sanieren lassen. Handwerker der Firma Holzhandwerk Larix aus Templin hatten die morschen Bohlen herausgerissen und neue wetterbeständige Terrassendielen aus Lärchenholz verlegt. Jetzt hat Cordelia Slingerland wieder festen Boden unter den Füßen. „Das haben die Männer toll gemacht“, lobte sie beim Vor-Ort-Termin in luftiger Höhe die Ausführung der Arbeiten.

Sanierung im Zeit- und Kostenrahmen

Mehr noch: Die Handwerker um Firmeninhaber Tobias Gebauer haben termingetreu gearbeitet und sind auch noch im Finanzbudget geblieben. Rund 20.000 Euro hatte die Kirchengemeinde veranschlagt. Unterm Strich stehen jetzt rund 18.000 Euro an Baukosten.

Nach der Fertigstellung kann die Kirchengemeinde die frohe Botschaft verkünden: Die Plattform ist wieder frei zugänglich. Gäste können sie wieder betreten. Darüber sind auch Pfarrer Veit Böhnke und Martina Wagenplatz als Vorsitzende des Gemeindekirchenrates glücklich. „Die Aussichtsplattform ist eine touristische Attraktion“, stellte Veit Böhnke fest. Deren Bedeutung sei sich der Gemeindekirchenrat auch bewusst gewesen, als nach der Sperrung im vergangenen Jahr die Frage stand, wie die Gemeinde mit der Situation umgehen soll.

Finanzierung aus Rücklagen und Spenden

„Für unsere Kirchengemeinde ist die Sanierung ein großes Projekt, das man nicht mal eben aus der Kollekte beim Gottesdienst finanziert“, sagte der Pfarrer. Vielmehr kam mit rund 16.000 Euro der Löwenanteil aus Rücklagen, die über Jahre angespart wurden. Der Rest sei aus Spenden der Templiner Bevölkerung und der Kirchengemeindemitglieder aufgebracht worden. Dass die Stadt ihr touristisches Highlight wieder zurück hat, betrachtet Veit Böhnke als einen Beitrag der Kirchengemeinde für die Templiner und ihre Gäste.

Öffnungszeiten und Freiwillige gesucht

Die herrliche Aussicht kann man von Montag bis Freitag in der Zeit von 11 bis 15 Uhr genießen. Dann öffnet Heiko Sperling die Kirche für Gäste und lässt sie bei Bedarf auch die 134 Stufen hinaufsteigen. Veit Böhnke ist sich dabei bewusst, dass sicher auch am Wochenende oder an Feiertagen Besucher nicht nur die Kirche mit ihrer Schuke-Orgel besichtigen würden, sondern auch die Plattform nutzen würden. „Mehr ist aber momentan nicht möglich. Wir brauchen Ehrenamtler wie Heiko Sperling“, sagte der Pfarrer und lud Interessenten ein, sich während der Geschäftszeiten im Gemeindebüro zu melden.

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