Bratwurst im Flugzeug: Was darf als Bordproviant mit an Bord?
Noch schnell eine Bratwurst im Sicherheitsbereich gekauft, dann wird zum Boarding aufgerufen? Viele Passagiere stehen vor der Frage, ob sie ihre Speisen mit ins Flugzeug nehmen dürfen. Die gute Nachricht: Airlines zeigen sich in der Regel erstaunlich kulant bei mitgebrachtem Proviant.
Die grundsätzliche Erlaubnis für Speisen
Bei der Lufthansa-Gruppe oder bei Condor gibt es keine konkreten Vorschriften oder Einschränkungen für mitgebrachte Lebensmittel. Selbst der Billigflieger Easyjet bestätigt auf Nachfrage: Eine Bratwurst wäre an Bord gestattet. Diese grundsätzliche Erlaubnis gilt für die meisten festen Speisen, die Passagiere im Handgepäck transportieren möchten.
Gerade auf längeren Flügen, bei denen kein Essen an Bord inklusive ist, packen viele Reisende gern schon zu Hause etwas ein. Denn auch in den Läden und Gastro-Einrichtungen im Sicherheitsbereich sind die Preise oft gesalzen. Ein praktischer Tipp zum Sparen: eine leere Wasserflasche mitnehmen, die im Sicherheitsbereich am Hahn aufgefüllt werden kann.
Olfaktorische Rücksichtnahme und Allergien
Nun sind formale Regeln das eine, olfaktorische Zumutungen aber das andere. Mit Blick auf gegenseitige Rücksichtnahme sind müffelnde Käsesandwichs, gekochte Eier oder eben auch die Bratwurst vielleicht nicht die beste Wahl für Proviant an Bord. Eine Sprecherin von Condor empfiehlt deshalb, doch lieber eine „geruchsneutralere Alternative“ zu wählen.
Nüsse scheinen als Snack fürs Flugzeug ideal: Sie riechen nicht, nehmen wenig Platz im Handgepäck weg und liefern viel Energie. Aber hier gibt es eine wichtige Einschränkung: Sind Passagiere mit einer Nussallergie an Bord, kann das Bordpersonal den Verzehr untersagen. Diese Maßnahme dient dem Schutz allergischer Mitreisender.
Grenzen durch Sicherheitskontrolle und Einfuhrbestimmungen
Weil die Airlines kaum Vorgaben haben, setzen hier eigentlich nur zwei Faktoren Grenzen: die Einfuhrbestimmungen des Reiselandes und die Sicherheitskontrolle.
Bei der Sicherheitskontrolle ist festes Essen in der Regel kein Problem. Belegte Brötchen oder Obst beispielsweise dürften nicht beanstandet werden. Bei Flüssigkeiten – also auch Joghurts – sind aber die üblichen Grenzen von maximal 100 Milliliter Füllmenge zu beachten. Ausnahmen bestehen etwa bei Babynahrung oder medizinisch erforderlichen Nahrungsmitteln.
Die Einfuhrbestimmungen des Reiselandes können gewisse Lebensmittel verbieten – was allerdings kein Problem darstellt, solange man sie vorher an Bord verzehrt.
Heiße Getränke und Alkohol: Nicht immer erlaubt
Wer sich im Sicherheitsbereich einen Cappuccino kauft und damit an Bord möchte, dürfte bei manchen Airlines abblitzen. Der Billigflieger Ryanair etwa hat vergangenen Sommer die Mitnahme heißer Getränke an Bord verboten. Bei vielen anderen Fluggesellschaften gibt es solche Einschränkungen nicht – wenngleich Passagiere in Internetforen berichten, dass sie ihre Heißgetränke teils nicht mit in den Flieger nehmen durften.
Eindeutig ist die Regel bei Easyjet: Ein Cappuccino sei okay, heißt es auf Nachfrage von der Sprecherin. Es ist aber Vorschrift, dass der Becher einen Deckel haben muss.
Und abschließend: Manche decken sich im Sicherheitsbereich mit Bier oder Schnaps für den Flug ein. Der Konsum kann durch die Airline jedoch verboten sein. Darüber macht man sich lieber vorher schlau. Lässt man sein Mitbringsel aus dem „Duty Free“ verschlossen in der Tüte, gibt es in der Regel keine Probleme.
Praktische Tipps für warme Mahlzeiten
Wer gern eine warme Mahlzeit im Flieger haben will, kann den Ratschlag ausprobieren, den einige in den sozialen Medien teilen: Fünf-Minuten-Terrinen einpacken. An Bord könne man dann nach heißem Wasser zum Aufgießen fragen. Wenn das nicht möglich sein sollte, werden die Terrinen ja nicht schlecht. Dann isst man sie eben im Hotelzimmer am Urlaubsort.
Insgesamt zeigt sich: Während Airlines bei mitgebrachten Speisen erstaunlich kulant sind, sollten Passagiere dennoch auf Rücksichtnahme, Sicherheitsbestimmungen und eventuelle Allergien achten. Mit etwas Planung lässt sich so der Bordproviant individuell und kostengünstig gestalten.



