Neubrandenburger Kult-Diskothek trotzt Insolvenz mit ambitioniertem Neustart
Das Neubrandenburger Amtsgericht hat das Insolvenzverfahren gegen die E.P.M. Event GmbH eröffnet. Als Grund wurden „Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung“ angegeben. Bis Mitte März können Insolvenzgläubiger ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter schriftlich anmelden.
Hintergründe der finanziellen Schieflage
Die E.P.M. Event GmbH betreibt die bekannte Großraum-Diskothek Colosseum in Neubrandenburg. Das Unternehmen ist laut Unternehmensdatenbank North Data für die „An- und Vermietung sowie das Betreiben gastronomischer Objekte und die Organisation von Veranstaltungen“ zuständig.
Geschäftsführer Norbert Lüder, der auch als Veranstaltungsleiter im Colosseum fungiert, nennt rückläufige Besucherzahlen als Hauptursache für die Insolvenz. „Wir sind ein großes Haus und haben dadurch auch große Kosten pro Veranstaltung“, erklärt Lüder. Besonders im Winter seien die Betriebskosten hoch.
Das Geschäftsmodell einer Großraum-Diskothek wie dem Colosseum basiere darauf, dass die Räumlichkeiten gut gefüllt sind. „Wenn eine Großraum-Diskothek nur halb gefüllt ist, dann gibt es eine Abwärtsspirale“, betont der erfahrene Veranstaltungsleiter.
Zukunftspläne: Neue Firma und fokussiertes Veranstaltungskonzept
Norbert Lüder zeigt sich entschlossen, den Betrieb fortzusetzen. In den kommenden Wochen soll eine neue Betreiberfirma gegründet werden, derzeit laufen die entsprechenden Planungen. „Wir hoffen, dass wir schon im März in die Gänge kommen“, so der Unternehmer.
Die Diskothek ist momentan noch geschlossen, soll aber ab dem Frühjahr nach Lüders Vorstellungen wieder öffnen. Der entscheidende strategische Wechsel: Das Colosseum wird künftig ausschließlich größere Veranstaltungen ausrichten. „Wir werden im Colosseum nur größere Veranstaltungen machen, damit wir den großen Saal auch vollkriegen“, erläutert Lüder sein neues Konzept.
Für Februar ist daher noch keine Aktivität geplant. Die erste große Veranstaltung soll voraussichtlich zu Ostern, Anfang April, stattfinden.
Konkrete Umsetzung und Zielgruppen
Der Veranstaltungsleiter kündigt an: „Wir werden auf jeden Fall ein Mal im Monat eine große Techno-Party machen“. Das neue Konzept soll verschiedene Ziel- und Altersgruppen ansprechen und die lange Tradition des Hauses fortsetzen.
Norbert Lüder ist seit mehr als 25 Jahren mit seiner Familie in der Diskothek aktiv, 2024 wurde das große Jubiläum gefeiert. Schon im Dezember 2025 hatte er dem Nordkurier versichert, dass der Betrieb „auf jeden Fall“ weitergehe.
Für den finanziellen Erfolg des neuen Konzepts sind mindestens 600 bis 700 Besucher pro Veranstaltung notwendig. „Wir dürfen kein Minus machen“, stellt Lüder klar. Der Unternehmer zeigt sich optimistisch, dass sein Plan aufgehen wird und die legendäre Location ihre Strahlkraft zurückgewinnen kann.



