Größter Bergfried Brandenburgs: Ausflugstipp im Nationalpark
Größter Bergfried Brandenburgs: Ausflugstipp (06.05.2026)

Die langen Wochenenden um Herrentag und Pfingsten lassen viele Menschen schon jetzt nach neuen Ausflugszielen Ausschau halten. Die Redaktion hat einen Tipp: Er führt in den Angermünder Ortsteil Stolpe. Über dem kleinen Ort thront ein ungewöhnlicher Turm.

Der größte Bergfried Brandenburgs

Mit seinen 18 Metern Durchmesser ist er der größte Bergfried Brandenburgs. „Von hier aus eröffnet sich nicht nur ein herrlicher Blick in das Gebiet des Nationalparks Unteres Odertal, das Gebäude bietet auch interessante Einblicke in die Geschichte“, verspricht die Stadt Angermünde auf ihrer Internetseite.

Als Wohnturm wurde der „Grützpott“ im 12. Jahrhundert errichtet und war lange Zeit Schauplatz verschiedener territorialer Auseinandersetzungen. Heute kann die Turmburg eigenständig oder im Rahmen einer Führung besichtigt werden.

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Die Legende des Grützpotts

Bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ist zu erfahren, wie der Turm zu seinem Spitznamen kam: „Die Burg wurde einst von Raubrittern bewohnt, die in der Region für Angst und Schrecken sorgten. Als deren Anführer bei einem im Alleingang durchgeführten Überfall erschossen wurde, machte sich die Dorfbevölkerung auf, um das Räubernest zu vernichten. Die Räuber verschanzten sich im Turm und verteidigten diesen nach Kräften, unter anderem, indem sie ihre Angreifer mit einem frisch gekochten Topf heißer Grütze überschütteten. Doch auch diese kreative Verteidigungsform konnte die Raubritterbande nicht dauerhaft vor der Wut der Dorfbewohner beschützen, so dass die Burg schließlich eingenommen werden konnte. Über die genaue Herkunft und Funktion des sogenannten Grützpotts herrscht Uneinigkeit. Es wird jedoch vermutet, dass die brandenburgischen Markgrafen den Turm hier bereits vorfanden.“

Architektur und Geschichte

Die Entstehungszeit liegt vermutlich im letzten Drittel des 12. Jahrhunderts. Die massive Bauart des Untergeschosses weist darauf hin, dass der Turm nicht als Bergfried innerhalb einer Burganlage, sondern als Einzelanlage konzipiert war. Ungewöhnlich ist, dass die Turmburg auf einem Unterbau aus Feldsteinquadern in Ziegelsteinen errichtet wurde statt in der regionaltypischen Holz-Erde-Bauweise. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz beteiligte sich in der Vergangenheit an der Förderung von Maßnahmen zum Erhalt der Anlage.

Öffnungszeiten und Führungen

Geöffnet ist jeweils mittwochs von 13 bis 17.30 Uhr, donnerstags bis sonntags von 12.30 bis 17.30 Uhr. Thematische Führungen, darunter historische Rundgänge, Natur- und Landschaftsführungen, Erzählungen über Sagen und Legenden, sind buchbar über den Tourismusverein Angermünde. Kontakttelefon: 03331 297660. Rund um den Turm sind viele schöne Plätze zum Verweilen mit herrlichem Panoramablick.

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