Katalonien verdoppelt Tourismusabgabe: Bis zu 15 Euro mehr pro Nacht ab April
Katalonien verdoppelt Tourismusabgabe ab April

Katalonien verdoppelt Tourismusabgabe: Bis zu 15 Euro mehr pro Nacht ab April

Die spanische Region Katalonien hat als Reaktion auf anhaltende Proteste gegen den Massentourismus die Abgaben für Touristen verdoppelt. Ab April können Hotelübernachtungen in Barcelona und anderen Orten der Region bis zu 15 Euro zusätzlich pro Nacht kosten. Ein Teil dieser Einnahmen soll laut Gesetzestext dazu dienen, die akute Wohnungsnot in der Region zu lindern. Doch Hotelbesitzer kritisieren die Entscheidung scharf und warnen vor unbeabsichtigten negativen Konsequenzen für den Tourismussektor.

Höhere Abgaben je nach Hotelkategorie

Das vom katalanischen Regionalparlament verabschiedete Gesetz sieht vor, die bisherige Abgabe von 5 bis 7,50 Euro auf 10 bis 15 Euro pro Nacht zu erhöhen. Die genaue Höhe hängt von der Hotelkategorie ab. Beispielsweise könnte ein Aufenthalt von zwei Nächten für ein Paar in einem Viersternehotel nun zusätzlich 45,60 Euro kosten – das entspricht 11,40 Euro pro Nacht und Person. Gäste in Fünfsternehotels müssen mit bis zu 15 Euro extra pro Nacht rechnen, während Kreuzfahrtpassagiere weiterhin etwa 6 Euro zahlen.

Proteste und Wohnungskrise als Hintergrund

Katalonien, insbesondere die Metropole Barcelona, ringt seit Jahren mit den Folgen des Massentourismus. Millionen von Touristen strömen jährlich in die Region, was zu wiederkehrenden Protesten der lokalen Bevölkerung führt. Zuletzt kam es zu Demonstrationen mit Böllern, Rauchbomben und Wasserpistolen. Die Politik hatte sich bereits im vergangenen Jahr darauf geeinigt, die Steuer für Touristen zu erhöhen, um die Situation zu entschärfen. Ein Viertel der neu generierten Einnahmen soll nun gezielt zur Abmilderung der Wohnungskrise eingesetzt werden.

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Kritik von Hoteliers und Warnungen

Hotelbesitzer äußern sich besorgt über die drastische Erhöhung. Manel Casals von der Hoteliervereinigung in Barcelona kritisiert, dass Vorschläge für eine schrittweise Steigerung der Abgabe ignoriert wurden, um die Effekte besser beobachten zu können. Er warnt: "Eines Tages werden sie die Gans schlachten, die goldene Eier legt." Die Branche befürchtet, dass die höheren Kosten Touristen abschrecken und langfristig dem Wirtschaftszweig schaden könnten.

Diese Entwicklung folgt auf andere Maßnahmen gegen den Massentourismus, wie die Verhängung eines Millionenbußgelds gegen Airbnb durch das spanische Verfassungsministerium Ende Dezember. Die Debatte um nachhaltigen Tourismus und soziale Auswirkungen bleibt somit ein zentrales Thema in Katalonien und darüber hinaus.

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