Korsika-Häfen lahmgelegt: Fischer-Proteste stoppen kompletten Schiffsverkehr
Für Tausende Kreuzfahrt-Urlauber wurde der geplante Traumtrip zur französischen Mittelmeerinsel Korsika zu einer unerwarteten Geduldsprobe auf hoher See. Statt der erhofften mediterranen Idylle mit Sonne, Strand und Sightseeing erlebten sie Stillstand, als wütende Fischer mit einer drastischen Protestaktion den gesamten Schiffsverkehr auf der Insel zum Erliegen brachten.
Komplette Blockade der wichtigsten Häfen
Am Morgen des 10. April 2026 ging plötzlich nichts mehr: Unzählige Fischer blockierten mit ihren Booten die sechs wichtigsten Häfen Korsikas, darunter die bedeutenden Häfen von Ajaccio, Bastia und Bonifacio. Seit 6 Uhr morgens konnte kein einziges Schiff mehr anlegen oder ablegen – weder Fähren noch Kreuzfahrtschiffe.
Die Aida Cosma, die eigentlich einen geplanten Stopp auf der beliebten Mittelmeerinsel machen sollte, wurde ebenso wie andere Kreuzfahrt-Riesen wie die Sun Princess und die Star Princess zum Warten gezwungen. Ein Passagier berichtete, dass sogar Verhandlungsversuche durch den Kapitän unternommen wurden, jedoch ohne Erfolg. Der Korsika-Stopp musste schließlich komplett gestrichen werden.
Existenzkampf der Fischer: Explodierende Spritpreise als Auslöser
Hintergrund der drastischen Aktion sind die massiv gestiegenen Treibstoffkosten, die für viele Fischer ums blanke Überleben gehen. Joseph Sanna, Sprecher der korsischen Fischergewerkschaft, brachte die verzweifelte Lage auf den Punkt: „Wir sind am Ende, wir stehen kurz vor dem Aus.“ Die Protestierenden machten deutlich, dass die Blockade so lange andauern wird, bis eine Einigung mit den Verantwortlichen erzielt ist.
Planänderungen für Passagiere und wiederkehrende Proteste
Für die Passagiere der Aida Cosma bedeutete dies eine abrupte Planänderung: Statt der Trauminsel Korsika steuerte das Schiff nun Marseille an. Die Reise hatte am 4. April in Palma de Mallorca begonnen und sollte planmäßig am 11. April dort enden.
Solche Szenen sind im Mittelmeer inzwischen keine Seltenheit mehr. Bereits im Februar wurde der Hafen von Marseille durch ähnliche Gewerkschaftsproteste blockiert, bei denen ebenfalls zahlreiche Passagiere festsaßen. Für viele Urlauber bleibt statt der erhofften mediterranen Idylle nun nur Frust – und die Erkenntnis, wie schnell ein sorgfältig geplanter Traumurlaub durch unvorhergesehene Ereignisse kippen kann.
Die anhaltenden Proteste der Fischer verdeutlichen die wirtschaftlichen Herausforderungen in der Fischereibranche und werfen Fragen nach nachhaltigen Lösungen für die betroffenen Berufsgruppen auf, während gleichzeitig die Auswirkungen auf den Tourismussektor spürbar werden.



