Kuba-Radtour mit unerwartetem Halt: Radler aus Müritz vor Gefängnis statt Zeltplatz
Kuba-Radtour: Radler aus Müritz vor Gefängnis statt Zeltplatz

Kuba-Radtour mit unerwartetem Halt: Radler aus Müritz vor Gefängnis statt Zeltplatz

Für Weltenbummler Susanne und Dieter Vibrans aus Jägerhof bei Waren an der Müritz reiht sich auf ihrer aktuellen Kuba-Radtour Erlebnis an Erlebnis. Der 73-jährige Dieter und seine 41-jährige Nichte Susanne sind seit drei Wochen mit dem Fahrrad auf der Karibikinsel unterwegs und teilen ihre außergewöhnlichen Erfahrungen.

Gesundheitliche Herausforderungen und landschaftliche Eindrücke

Die kubanischen Bedingungen fordern ihren Tribut: Dieter hat sich durch die Klimaanlage im Nachtbus eine Erkältung zugezogen, während Susanne mit Magenbeschwerden kämpft. „Wir sind trotzdem guter Dinge, haben nötige Medikamente dabei und auch ein Antibiotikum“, berichtet das Duo. Trotz der gesundheitlichen Einschränkungen haben sie bereits die zweite von drei bergigen Regionen erfolgreich hinter sich gelassen.

Ihre Route führt sie Richtung Küste, vorbei an typischen kubanischen Bungalows mit einladenden Schaukelstühlen und kleinen Straßenständen, die einzelne Zigaretten, Tomaten und Getränke feilbieten. Die Landschaft beeindruckt mit Plantagen riesiger Bananenstauden, die durch moderne Bewässerungssysteme gedeihen, sowie abwechselnden Mais-, Reis- und Bohnenfeldern.

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Besondere Begegnungen und kulinarische Highlights

Ein Höhepunkt der Reise war das Baden in der geschichtsträchtigen Schweinebucht, wo sie von Riff-Formationen und Fischschwärmen fasziniert waren. Die tägliche Versorgung erfolgt über kleine Läden am Wegesrand, die auch Süßigkeiten für zwischendurch bieten. In Playa Larga stärkten sie sich am frühen Morgen an einem Pizzaofen-Schnellimbiss mit Hamburgern, Sandwiches oder Pizza, begleitet von Espresso oder frisch angerührtem Saft.

Eine besonders kurioses Erlebnis hatten sie auf der dreispurigen Autobahn: Drei vermummte Männer auf einem E-Dreirad hielten sie an, um nach dem fehlenden Helm von Dieter zu fragen. Nach spanischen Verständigungsschwierigkeiten endete die Begegnung damit, dass Dieter seinen Helm verschenkte und im Gegenzug einen Knoblauchzopf erhielt – genug Vorrat für den Rest der Reise.

Die tägliche Suche nach einem Schlafplatz

Eine der größten Herausforderungen ist die tägliche Suche nach einem Zeltplatz vor Einbruch der Dunkelheit. Bei Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius und unter der unerbittlichen Sonne müssen sie bis 18 Uhr eine Unterkunft gefunden haben. „Ob der vielen spannenden Begegnungen am Tag ist das gar nicht immer leicht“, erklärt Susanne.

Diese Herausforderung führte zu einer besonders unerwarteten Situation: Vor einer Stadt entdeckten sie ein überdimensioniertes Gebäude in entlegener Lage, das sie zunächst für eine verlassene Schule hielten. Als sie nachfragten, erfuhren sie von einem jungen Mann die Wahrheit: Es handelte sich um ein Gefängnis mit 18 Insassen. „Keine Unterkunft für uns“, kommentiert Susanne trocken.

Nächtliche Beobachtungen und Reisephilosophie

Da sie nicht mehr weit fahren konnten, schlugen sie ihr Zelt am Feldrand auf und beobachteten die ganze Nacht über Suchscheinwerfer, die den Himmel abtasteten. Trotz dieser ungewöhnlichen Erfahrungen bleibt ihre Reisephilosophie unverändert: „Sich auf das Nötigste beschränken und die Sinne dem widmen, was am Wegesrand passiert und Menschen treffen“.

Zwischen Krokodilfarmen, Singvogelfängern und Schachakademien, wo Dieter zu einer Drei-Minuten-Partie herausgefordert wurde, sammeln die beiden Radfahrer unvergessliche Eindrücke. Selbst einfache Momente wie frisches Wasser oder die Möglichkeit, sich zu waschen, werden auf dieser Reise zu besonderen Erlebnissen.

Mit einer Mischung aus heiteren und weniger schönen Erfahrungen werden Susanne und Dieter Vibrans bald wieder in ihre Heimat an der Müritz zurückkehren – reicher an Geschichten, die weit über den typischen Katalogurlaub hinausgehen.

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