Lufthansa passt Handgepäck-Regeln an: Mehr Platz für Geigen und Co. in der Kabine
Lufthansa erlaubt größere Musikinstrumente im Handgepäck

Lufthansa führt neue Handgepäck-Regeln für Musikinstrumente ein

Die Lufthansa Group hat ihre Handgepäck-Bestimmungen für Musikinstrumente grundlegend überarbeitet. Ab dem 1. März 2026 gelten für Geigen, Trompeten, Ukulelen und andere Instrumente neue, großzügigere Maße. Diese Anpassung erfolgt nach einem vielbeachteten Vorfall mit einer wertvollen Geige im November 2025, der für Aufsehen in der Reisewelt sorgte.

Die neue Summenmaß-Regelung im Detail

Bisher galt bei der Lufthansa Group eine maximale Länge von 55 Zentimetern für Handgepäckstücke. Für Musikinstrumente wird nun eine Ausnahme geschaffen: Die Summe aus Höhe, Breite und Tiefe des Instrumentenkastens darf künftig bis zu 125 Zentimeter betragen. Diese neue Regelung gilt für alle Airlines der Gruppe, also Lufthansa, Eurowings, Austrian Airlines und Swiss.

Wichtig zu beachten: Das Musikinstrument ersetzt dabei ein normales Handgepäckstück. Passagiere müssen also zwischen Instrument und herkömmlichem Handgepäck wählen, können nicht beides zusätzlich mitführen.

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Der Auslöser: Eine Geige auf gefährlicher Reise

Ende November 2025 erlebte eine professionelle Geigerin auf einem Flug von Helsinki über Frankfurt nach Leipzig ein echtes Drama. Ihr Geigenkasten maß 80 Zentimeter in der Länge und überschritt damit die damals geltenden Handgepäck-Bestimmungen. Die Folge war dramatisch: Die wertvolle, millionenteure Geige musste ohne ihren schützenden Kasten reisen.

Die Musikerin nahm das Instrument auf ihren Schoß, wo es während des gesamten Fluges zahlreichen Gefahren ausgesetzt war. Von verschütteten Getränken der Sitznachbarn bis zu möglichen Turbulenzen – die Risiken für das empfindliche Instrument waren beträchtlich. Die vielreisende Künstlerin beschwerte sich daraufhin in einem persönlichen Brief an Lufthansa-Chef Carsten Spohr, wie das Fachmagazin aerotelegraph berichtete.

Regelungen für besonders große Instrumente

Für Musikinstrumente, die das neue Summenmaß von 125 Zentimetern überschreiten, gelten ab März alternative Transportmöglichkeiten:

  • Option 1: Passagiere können einen zusätzlichen Sitz buchen, auf dem das Instrument gesichert wird
  • Option 2: Das Instrument wird im Frachtraum des Flugzeugs transportiert

Die Lufthansa betont in ihren neuen Richtlinien ausdrücklich, dass eine angemessene Transportverpackung in der Verantwortung der Passagiere liegt. Dies gilt insbesondere für den Transport im Frachtraum, wo robuste Verpackungen unerlässlich sind.

Internationale Unterschiede bei Instrumententransport

Während die Lufthansa Group nun klare Regeln geschaffen hat, existieren in der Europäischen Union keine einheitlichen Vorschriften für den Transport von Musikinstrumenten im Flugzeug. Die Praxis variiert stark zwischen verschiedenen Airlines: Einige zeigen sich kulant und machen Ausnahmen, andere bestehen strikt auf die Einhaltung ihrer Maße.

Experten raten: Musiker sollten sich vor ihrer Reise unbedingt bei der jeweiligen Fluggesellschaft über die genauen Bestimmungen informieren, um unangenehme Überraschungen am Flughafen zu vermeiden.

In den Vereinigten Staaten sieht die Situation anders aus. Dort sind Fluggesellschaften gesetzlich verpflichtet, Musikinstrumente als Handgepäck zu akzeptieren, sofern sie sich sicher in der Kabine verstauen lassen. Diese Regelung bietet Musikern deutlich mehr Planungssicherheit als das derzeitige europäische Flickwerk unterschiedlicher Bestimmungen.

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