Mittelaltermarkt am Schloss Penkun: Ein Publikumsmagnet mit historischem Flair
Der fünfte Mittelaltermarkt auf der Burg Penkun hat sich endgültig vom Geheimtipp zum etablierten Veranstaltungshighlight entwickelt. Über drei Tage hinweg lockte das mittelalterliche Spektakel rund 3000 Besucher in die malerische Schlosskulisse. Besondere Attraktionen waren dabei zwei beeindruckende Drachen, die von der Familie Scholle-Ziefuß aus Müncheberg in Brandenburg mitgebracht wurden.
Drachen und Ritter begeistern Groß und Klein
Christian Scholle-Ziefuß zog mit seinem „Handdrachen“ auf den Schultern über den Markt und sorgte für staunende Blicke. Immer wieder fragten Kinder: „Kann er fliegen?“ Sein Sohn Timon Prestin schlüpfte zeitweise in das größere Drachenkostüm und zog ebenfalls viel Aufmerksamkeit auf sich. Die fantasievollen Ungeheuer, die perfekt in einen Ritterfilm passen würden, wurden nach einer Idee der Familie speziell angefertigt.
Ritter aus ganz Deutschland reisten an, um in Penkun ihre Kampfshows zu präsentieren. Unter ihnen waren Kämpfer aus Hamburg, Leipzig, Rostock und Berlin, die sich regelmäßig für solche Veranstaltungen zusammenfinden. Auch im Publikum hatten sich viele Besucher in mittelalterliche Gewänder gehüllt, darunter Siri Wolff mit ihrer Tochter Alva und Aldo Möckel aus Berlin, die sich extra ein Quartier in Schwennenz genommen hatten.
Veranstalter zufrieden trotz Herausforderungen
Veranstalter Björn Borg vom Unternehmen Fencheley aus Altlandsberg zeigte sich mit dem Besucherandrang sehr zufrieden. „Das schöne Wetter am Sonnabend und Sonntag hat sicherlich dazu beigetragen“, meinte er. Allerdings merke man auch, dass viele Leute sich wegen der aktuellen Spritpreise überlegen müssten, ob sie zu einem solchen Markt fahren. „Das Geld sitze nicht mehr so locker“, so Borg.
Die Händler legten teilweise weite Strecken zurück. Sabine Wiegand kam bereits zum dritten Mal mit ihrem Stand „Weltenspeise“ aus Dresden nach Penkun. „Es ist voll cool hier“, schwärmte sie. „Die Leute sind aufgeschlossen, man sitzt abends zusammen, und die Besucher kennen meinen Stand mittlerweile schon.“
Schlossführung mit schauspielerischen Höhepunkten
Ein besonderer Programmpunkt waren die unterhaltsamen Schlossführungen mit Görz Grünberg als ehemaligem Schlossherr Werner von Schulenburg und Ralf Kitzrow als seinem Koch. Die beiden lieferten sich amüsante Wortgefechte, die das Publikum begeisterten. Allein am Wochenende nahmen 500 bis 600 Besucher an den Führungen teil.
Tom Kitzrow, Sohn von Ralf Kitzrow und Mitglied im Museumsverein, gab Erläuterungen im Schlosskeller, bevor er wieder an den Stand mit Axtwerfen zurückkehrte. Dieser wurde von der „Sippe der Sturmvögel“ betrieben – einer Gruppe von etwa 20 Mittelalter-Enthusiasten aus Penkun, dem Umland, Pasewalk und weiteren Orten.
Engagierte Einheimische als Rückgrat der Veranstaltung
„Die Händler, mit denen wir arbeiten, sind schon ausgesucht. Wir sind wie eine große Familie“, erklärte Veranstalter Borg. Man kenne sich unter den Rittern, Musikern, Drachenbesitzern und mehr als 50 Standbetreibern. Besonders lobte er das Engagement der Einheimischen: „Es ist wichtig für das Gelingen des Marktes, dass wir vor Ort so engagierte Menschen haben, die immer zur Stelle sind, wenn etwas gebraucht wird.“
Die Musikanten von „Sack und Pacc“ unterhielten die Gäste mit Dudelsack und Pauke, während die Besucher zwischen mittelalterlichen Handwerksständen, kulinarischen Angeboten und historischen Vorführungen flanierten. Der Mittelaltermarkt in Penkun hat sich damit fest im Kalender der Mittelalterfans etabliert und wird sicherlich auch in Zukunft viele Besucher anlocken.



