Modernes Wandern im Hullerbusch: Neuer Naturlehrpfad in der Feldberger Seenlandschaft begeistert
Neuer Naturlehrpfad in der Feldberger Seenlandschaft

Modernes Wandern im Hullerbusch: Neuer Naturlehrpfad in der Feldberger Seenlandschaft begeistert

Frühlingswanderer entdecken jetzt im Naturschutzgebiet Hullerbusch in der Feldberger Seenlandschaft einen frisch beschilderten und neu möblierten Naturlehrpfad entlang des Eiszeitsees Zansen. Der vier bis sechs Kilometer lange Rundweg zwischen Carwitz und Wittenhagen bietet zahlreiche Höhepunkte für Naturbegeisterte.

Interaktive Elemente und informative Stationen

Besonders hervorzuheben sind drei Attraktionen entlang der Strecke:

  • Ein Rastplatz mit thematisch passendem Brettspiel auf Höhe der Schäferei, bei dem Wanderer ihre Spielfiguren in der Umgebung selbst sammeln können
  • Ein mit Gruselfaktor beschilderter Findling namens Teufelsstein
  • Ein Steg, der geradewegs ins historische Kesselmoor führt

Seit 2023 hat der Naturpark Feldberger Seenlandschaft den Wanderweg über den eiszeitlichen Höhenzug Schritt für Schritt runderneuert. Mit Dachs-, Pilz- und Sonnentau-Reliefs verzierte Sitzbänke wurden aufgestellt, 13 Informationstafeln erklären Besonderheiten der Landschaft, eine Schutzhütte bietet Unterschlupf bei schlechtem Wetter, und klare Wegweiser sowie Markierungen schließen Irrwege nahezu aus.

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Positive Resonanz der Besucher

Die Resonanz auf den modernisierten Lehrpfad ist durchweg positiv. Davon zeugen zahlreiche Einträge in einem am Wegesrand deponierten Gästebuch, in das sich Wanderer eintragen können. „Wir sind drei Mal in jeder Woche hier wandern, und es ist immer wieder ein Geschenk für uns“, schrieben etwa Carla Seidel und Winfried Bönsch am 26. Dezember. Ein jüngerer Eintrag vom 14. März stammt von „einer Feldbergerin, einem Wustermarker und einem Hund“, wobei die zweibeinigen Spaziergänger dem Weg ein „Super Wanderung“ bescheinigten.

Die Naturparkverwaltung nutzt dieses Besucherbuch auch zur Besucherzählung. Für 2024 wurden 2428 Wanderer registriert, wobei Naturpark-Leiterin Anne Petzold betont: „Insgesamt dürften es aber noch mehr sein, da sich nicht alle Leute eintragen.“ Der Wert für 2025 sei leider nicht repräsentativ, da das Buch aufgrund von Bauarbeiten zeitweise nicht vor Ort war.

Substantielle Investition in die Modernisierung

Knapp 206.000 Euro sind in die Modernisierung des Lehrpfads geflossen, zu großen Teilen aus EU-Mitteln zur Förderung des Umweltbewusstseins. Allein der Moorsteig habe fast 55.000 Euro gekostet. Die Renovierung sei „zwingend notwendig“ gewesen, da Absperrungen zusammengefallen, Schilder verloren gegangen und alles in die Jahre gekommen war, erklärt die Naturpark-Leiterin.

Bei der Ausstattung war es allen Beteiligten wichtig, Maß zu halten. „Kinder sollen sich nicht langweilen, wir wollten aber auch keinen Spielplatz oder Tastpfad gestalten“, so Petzold. Der Natur solle das Hauptaugenmerk gelten.

Besonderheiten der Landschaft

Das Kesselmoor, entstanden beim Zurückweichen der Gletscher in der letzten Eiszeit, ist heute, etwa 12.000 Jahre später, immer noch hübsch anzusehen, allerdings ziemlich trocken. Entsprechend stark zurückgegangen ist der Sonnentau, jene fleischfressende Pflanze, die manche Menschen aus Comics kennen.

„Ein paar Exemplare gibt es dort noch“, versichert Anne Petzold. Die seien mit ihren zwei bis drei Zentimetern Höhe aber schwer zu entdecken und würden sich in der kalten Jahreszeit zurückziehen. Mittlerweile würden Birken und andere Bäumchen das trockener werdende Sumpfgebiet erobern. „Massiver Baumaufwuchs“, sagt die Biologin. Es gebe Überlegungen, diesen zurückzudrängen, um optisch den Moorwiesen-Charakter zu erhalten.

Wegbeschreibung und Anreise

Wer den Weg erkunden möchte, reist zum Beispiel über Carwitz an und parkt am Fuße des Hauptmannsbergs, um diesen sogleich zu erklimmen und einen Blick auf den Carwitzer See zu werfen. Von dort geht es hinüber zum Zansen, vorbei an der Schäferwiese und einer Wildschweinsuhle, an abgestorbenen Bäumen mit vielfarbigen Baumpilzen bis zu einer Kreuzung.

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Dort entscheiden sich Ausflügler für die Abkürzung über die Schäferei oder den langen Weg über den Hullerbusch. Ausdauernde Wandersleute werden mit weiteren Seeblicken belohnt, können auf einer Dachs-Bank rasten, erfahren, woher der Teufelsstein seine Schrammen hat, finden das Moor, verlassen den Wald zwischen Hullerbusch und Wittenhagen und gehen die Pflasterstraße am Schmalen Luzin entlang zurück nach Carwitz.

In der warmen Jahreszeit ist die Anreise ab Feldberg und dann mit der Fähre über den Schmalen Luzin der Clou. Das Wasserfahrzeug, Europas letzte handbetriebene Seilfähre, pendelt für gewöhnlich ab Ostern täglich ungezählte Male, je nach Bedarf der Wanderer.

Laut Wander-Plattform „Komoot“ ist das Naturschutzgebiet Hullerbusch „eine einfache Wanderung für alle Fitnesslevel mit leicht begehbaren Wegen“. Besonderes Können sei nicht erforderlich. Für Fahrräder, Kinderwagen oder Rollstühle ist der Weg allerdings nicht geeignet.