Einst galt das italienische Küstendorf Positano an der Amalfiküste als absolutes Traumziel. Pastellfarbene Häuser, idyllisch an die Felsen gebaut, charmante Gassen und türkisblaues Wasser lockten jährlich Tausende Besucher an. Doch neue Aufnahmen zeigen ein anderes Bild: Statt des erhofften Dolce Vita herrscht hier vor allem eines – totales Gedränge.
Menschenmassen statt Entspannung
Die aktuellen Bilder, die auf sozialen Medien kursieren, zeigen eine erschreckende Entwicklung. Die engen Gassen des Ortes sind so überfüllt, dass kaum noch ein Durchkommen möglich ist. Auch die Strände bieten keine Erholung mehr: Liegen an Liege, Schirm an Schirm – die Menschen drängen sich dicht an dicht. Die einst so malerische Kulisse wirkt mittlerweile wie ein einziger großer Menschenstrom.
Ursachen des Ansturms
Experten führen die Überfüllung auf mehrere Faktoren zurück: Zum einen hat die Popularität der Amalfiküste in den letzten Jahren stark zugenommen, nicht zuletzt durch soziale Medien, die die Schönheit der Region weltweit bekannt gemacht haben. Zum anderen fehlt es an wirksamen Besucherlenkungsmaßnahmen. Die lokale Infrastruktur ist auf die schiere Masse an Touristen nicht ausgelegt.
Besonders betroffen sind die Hauptreisezeiten im Frühling und Sommer. Dann strömen täglich tausende Besucher in das kleine Dorf, das eigentlich nur wenige tausend Einwohner zählt. Die Folge: lange Wartezeiten an den Busstationen, überfüllte Restaurants und ein ständiges Gedränge auf den engen Wegen.
Reaktionen aus der Bevölkerung
Die Einheimischen zeigen sich zunehmend genervt von der Entwicklung. Viele beklagen, dass die Lebensqualität massiv leide. „Es ist nicht mehr das Positano, das wir früher kannten“, sagt ein Anwohner. „Man kann sich kaum noch auf der Straße bewegen, und die Mietpreise sind explodiert.“ Auch die Umwelt leidet unter dem Massentourismus: Müllberge, Lärm und Abgase belasten die Natur.
Maßnahmen gegen den Touristenansturm
Die lokale Verwaltung hat bereits erste Schritte eingeleitet, um die Besucherströme zu kontrollieren. So wurde eine Buchungspflicht für bestimmte Sehenswürdigkeiten eingeführt, und die Anzahl der Kreuzfahrtschiffe, die in der Bucht anlegen dürfen, wurde begrenzt. Ob diese Maßnahmen ausreichen, bleibt jedoch fraglich.
Die Bilder aus Positano sind ein weiteres Beispiel dafür, wie der Massentourismus selbst die schönsten Orte der Welt in Mitleidenschaft zieht. Wer also noch das authentische italienische Flair erleben möchte, sollte vielleicht abgelegenere Ziele in Betracht ziehen – oder die Reise in die Nebensaison verlegen.



