Schwerin bricht Übernachtungsrekord 2025 trotz Hotelknappheit - Tourismus boomt
Schwerin knackt Übernachtungsrekord trotz Hotelknappheit

Schwerin feiert historischen Tourismusrekord trotz limitierter Hotelbetten

Die Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns hat im vergangenen Jahr einen bemerkenswerten Meilenstein erreicht: Mit insgesamt 443.245 Übernachtungen wurde 2025 ein neuer Rekordwert erzielt, der sogar den bisherigen Spitzenwert aus dem Bundesgartenschau-Jahr 2009 übertrifft. Damals waren es 442.910 Übernachtungen gewesen. Parallel dazu stiegen die Gästeankünfte auf 236.399, was einem Zuwachs von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr 2024 entspricht.

Begrenzte Übernachtungskapazitäten als Herausforderung

Trotz dieser beeindruckenden Zahlen stößt die touristische Infrastruktur an ihre Grenzen. Laut dem Statistischen Landesamt Mecklenburg-Vorpommern verfügt Schwerin derzeit über 44 Beherbergungsbetriebe mit insgesamt 3.178 Betten, darunter Hotels, Gasthöfe und Ferienunterkünfte. Seit 2009 ist diese Zahl zwar von 2.861 Betten gestiegen, doch insbesondere in den Sommermonaten sind die Zimmer regelmäßig ausgebucht. Wirtschaftsdezernent Bernd Nottebaum (CDU) betont daher, dass neue Hotelprojekte für die weitere touristische Entwicklung der Landeshauptstadt essenziell seien.

Ein erster Schritt in diese Richtung wurde bereits mit dem Spatenstich für ein neues B&B-Hotel am Slüterufer getan. Das zweite Haus dieser Gruppe in Schwerin wird 130 Zimmer umfassen und soll bereits in der Hochsaison 2027 seine Pforten öffnen.

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Tourismus als bedeutender Wirtschaftsmotor

Die steigenden Übernachtungszahlen spiegeln sich auch in den finanziellen Effekten wider. Bereits 2022 gaben Tages- und Übernachtungsgäste in Schwerin nach städtischen Angaben 321,8 Millionen Euro aus, wobei der Großteil auf Tagesbesucher entfiel. Zum Vergleich: Der städtische Finanzhaushalt lag damals bei etwa 357 Millionen Euro. Diese beträchtliche Kaufkraft unterstreicht die wachsende Bedeutung des Tourismus für die regionale Wirtschaft, wie Martina Müller, Fachgruppenleiterin für Stadtmarketing, erklärt.

Allerdings erwartet Müller für das erste Halbjahr 2026 eine eher moderate Entwicklung der Gästezahlen. Grund hierfür ist die Generalsanierung auf der Bahnstrecke Hamburg-Berlin, die zu eingeschränkten Zugverbindungen führt. Diese Einschränkungen wirken sich besonders auf Tagesgäste aus, die für einen Besuch auf eine gute Anbindung ans Verkehrsnetz angewiesen sind. Ob 2026 ein weiteres Rekordjahr für den Tourismus werden wird, ist daher noch nicht absehbar.

Positive Zukunftsaussichten durch Welterbe-Titel

Dezernent Nottebaum zeigt sich dennoch optimistisch: Mit dem Welterbe-Titel für das Schweriner Residenzensemble, der seit Sommer 2024 verliehen ist, rechnet er damit, dass die Besucherzahlen in den kommenden Jahren weiter steigen werden. Insbesondere wenn zusätzliche Hotelvorhaben die bestehenden Kapazitätsengpässe bei den Übernachtungen lösen können, sieht er großes Potenzial für die touristische Entwicklung der Stadt. Die Auszeichnung durch die UNESCO soll noch mehr Touristen in die Landeshauptstadt locken und den bereits jetzt spürbaren Aufschwung weiter verstärken.

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