5 Gründe: Warum die Seebrücke Koserow auf Usedom so angesagt ist
Seebrücke Koserow: 5 Gründe für den Hype auf Usedom

Die Seebrücke Koserow unterscheidet sich grundlegend von ihren Schwestern in Ahlbeck, Bansin, Heringsdorf und Zinnowitz. Besonders beliebt ist das Sonnenuntergangskino in bequemen Strandmuscheln. Seit Sommer 2021 begeistert die formschöne und funktionale Seebrücke immer mehr Gäste. Bis dahin waren vier Anläufe nötig, die alle Opfer von Sturm und Wellen wurden. Hier sind fünf Gründe, warum sich dieser weite Weg gelohnt hat.

Bernsteinbäder als ideale Umgebung für die Seebrücke Koserow

Neben den bekannten Kaiserbädern gibt es auf Usedom auch die Bernsteinbäder. Zempin, Koserow, Loddin und Ückeritz liegen idyllisch am schmalsten Streifen der Insel, wo stellenweise nur 300 Meter Land zwischen Ostsee und Achterwasser liegen. In dieser bei Bernsteinsammlern beliebten Gegend ist Koserow nicht nur das größte der vier Seebäder. Seit 2021 besitzt die Gemeinde einen weiteren Schatz, der bei Gästen und Einheimischen gleichermaßen gut ankommt.

Mondän bis monströs – in Koserow ist Fantasie gefragt

Die neue Seebrücke Koserow sticht durch ihre Form und Funktionalität hervor. Sie ist geschwungen, verspielt und mit mehreren Ebenen versehen, was die Fantasie der Besucher anregt. Manche erkennen in der Brückengestaltung eine Schlange, andere ein Meereswesen. Bürgermeister René König erklärt: „Unsere Seebrücke symbolisiert eine Welle.“ Er spricht auch den Aberglauben an: Geister können angeblich keine Kurven nehmen, sondern sich nur geradeaus bewegen. In Japan hatten Architekten solche menschlichen Beweggründe beim Bau ihrer Samurai-Brücke berücksichtigt. In Koserow hatte man zuvor kein glückliches Händchen mit Seebrücken, was laut König nicht an bösen Geistern lag. Vielmehr zerstörten Unwetter wie Eisgang und Sturm die zu niedrigen und simplen Holzkonstruktionen. Vom ersten Steg im Jahr 1850 bis ins 21. Jahrhundert fielen alle Nachfolger irgendwann in sich zusammen.

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Mit Rollstuhl, Rollator und Kinderwagen an die Spitze

Damit die neue Seebrücke dieses Schicksal vermeidet, hat die Gemeinde seit der ersten Planungsrunde vorgesorgt. Das moderne Bauwerk steht deutlich höher und stabiler über dem Wasser. Als Architekten gewann Bürgermeister René König das erfahrene Hamburger Büro Opfermann & Büchner. Die Finanzierung erfolgte mit Fördermitteln von fünf Millionen Euro und einem Eigenanteil der Kurverwaltung von 2,5 Millionen Euro. „Koserow ist seit vielen Jahren Projektort für barrierefreien Tourismus“, sagt der Bürgermeister. „Bereits Ende der 1990er-Jahre sind wir dem Abkommen von Barcelona beigetreten. Für uns stand fest: Wenn wir neu bauen, dann barrierefrei.“ Der Plan ging auf: Heute kommen zwei Kinderwagen oder Rollatoren problemlos aneinander vorbei, und Rollstuhlfahrer gelangen ohne Schwierigkeiten an Bord der Adlerschiffe.

Wenn Sonnenuntergangskino, dann in Koserow

Neben der wellenartigen Form sorgt die Funktionalität der Seebrücke für Begeisterung. Es gibt unterschiedliche Plattformen, eine Bühne sowie Bänke auf mehreren Ebenen. Stylische Strandmuscheln laden zum Blick übers Meer ein – sie sind so beliebt, dass es mitunter Wartezeiten gibt. „Mit der Gestaltung wollten wir erreichen, dass sich die Leute länger auf unserer Brücke aufhalten“, sagt König. Der große Renner ist das „Sonnenuntergangs-Kino“. „Wir haben den Vorteil, dass wir im Juni so ziemlich der einzige Fleck auf der Insel sind, wo man die Sonne im Meer untergehen sehen kann.“ Zudem wurde die Plattform so entwickelt, dass es bei jedem Wetter eine windgeschützte Seite gibt.

Kunst, Kolosse und ein bisschen Kultur

Die Gemeinde verzichtete bewusst auf eine Gastronomie auf der Brücke. Stattdessen sorgt ein Getränkewagen im Sommer für Erfrischung. Das i-Tüpfelchen ist der acht Meter hohe Turm mit den Vinetaglocken. Die 500 und 200 Kilogramm schweren Kolosse wurden in einer Glockenbörse im Internet erworben. Sie stammen aus einer entweihten Kirche und werden mittwochs um 16 Uhr geschlagen, wenn die Vineta-Sage abgespielt wird. Zudem steht dort Heinz, der „Mann mit der Glocke“ – eine Kunstfigur aus Cortenstahl von der Hamburger Künstlerin Johanna Stallbaum. Ob der Mann aufs Meer hinausblickt oder den Besuchern zugewandt ist, bleibt der Fantasie überlassen. Seinen Namen erhielt er im Andenken an den Architekten Heinz Büchner, der die Fertigstellung seiner Brücke nicht mehr erleben konnte.

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Seebrücke Koserow als neues Wahrzeichen von Usedom

Bürgermeister René König zeigt sich zufrieden: „Bisher haben wir nur positive Reaktionen erhalten.“ In der Planungsphase rechnete man mit 180.000 Besuchern im Jahr. Schätzungen zufolge waren es bereits im ersten Brückenjahr 2021 rund 600.000 Menschen, die der Koserower Sehenswürdigkeit ihren Besuch abstatteten. Die Seebrücke Koserow hat sich damit zu einem neuen Wahrzeichen Usedoms entwickelt.