Vier Kommunen streben gemeinsame Tourismusregion „Mecklenburgs Mitte“ an
Die Städte Bützow, Güstrow, Schwaan und Krakow am See aus dem Landkreis Rostock bereiten derzeit einen Kooperationsvertrag vor, um ihre touristische Vermarktung unter dem Namen „Mittleres Mecklenburg“ zu bündeln. Das gemeinsame Ziel ist die offizielle Anerkennung als Tourismusregion „Mecklenburgs Mitte“ beim Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Mecklenburg-Vorpommern. Dieser Schritt soll die Sichtbarkeit und Attraktivität der gesamten Region deutlich erhöhen.
Bützow will Vorbereitungen für Tourismusregion erneuern
Während die Stadtvertreter von Krakow am See sich bereits einstimmig für den Beitritt ausgesprochen haben, scheiterte die entsprechende Beschlussvorlage in Bützow zuletzt. Stadtsprecherin Katja Voß betont jedoch, dass das Thema keineswegs vom Tisch ist. „Wir würden das Thema aus der Verwaltung heraus noch einmal vorbereiten, weil wir das gemeinsame Vorgehen zum Thema Antragsverfahren für eine gemeinsame Tourismusregion weiter verfolgen und für sinnvoll erachten“, erklärt Voß. Dabei sollen die Themen gemeinsame Tourismusregion, Kooperationsvertrag und die Option einer Kurabgabe strikt voneinander getrennt werden.
„Damit es noch mal ganz deutlich wird für die Stadtvertreter, dass die Einführung einer Kurabgabe nicht verpflichtend ist“, unterstreicht die Stadtsprecherin. Denn eine mögliche Kurabgabe hatte bei den Bützower Stadtvertretern mehrheitlich zur Ablehnung der Beschlussvorlage geführt. Das inhaltliche Ziel der Kooperation bleibt jedoch klar: mehr Sichtbarkeit, stärkere Identifikation, gemeinsame Vermarktung und eine Belebung als Tourismusstandort.
Unterschiedlicher Umgang mit der Kurabgabe-Frage
Die Finanzierung der touristischen Infrastruktur stellt einen zentralen Diskussionspunkt dar. „Die Finanzierung dieser touristischen Infrastruktur ist aber über die kommunalen Haushalte nicht priorisiert“, stellt Katja Voß fest. Eine Kurabgabe könnte daher eine mögliche Finanzierungsquelle darstellen – allerdings, und das betont Voß ausdrücklich, kein zwingendes Erfordernis für den Beitritt zur Tourismusregion „Mecklenburgs Mitte“.
In Krakow am See sorgte das Thema Kurabgabe ebenfalls für intensive Diskussionen. SPD-Fraktionsvorsitzende Ilka Boomgaarden-Kühl forderte, den Paragrafen zu einer „harmonisierten Kurabgabe“ im Kooperationsvertrag zu streichen. „Wir möchten eine selbstbestimmte Kurabgabe“, erklärte sie. Krakow am See möchte die Abgabe eigenständig festlegen können, ohne dass andere Städte darüber entscheiden. Die Stadt erhebt bereits seit vielen Jahren eine Kurabgabe – in der Saison 1,50 Euro pro Tag, in den übrigen Monaten 50 Cent pro Tag.
Bedenken und Chancen der regionalen Zusammenarbeit
Bürgermeister Dirk Rojahn wies darauf hin, dass jede Stadt der künftigen Tourismusregion ihre eigene Kurabgabe erheben könne. Dies sei stets so kommuniziert worden. Allerdings äußerte CDU-Stadtvertreterin Kathrin Lange Bedenken: Bei einem möglichen Nicht-Eintritt einer Stadt – Teterow hatte sich bereits vorab aufgrund der Mitgliedschaft in einer anderen Region zurückgezogen – könnten auf die verbleibenden Mitglieder höhere Kosten zukommen.
Stephan Muske von der Stadt-Land-Fraktion in Krakow am See wies darauf hin, dass mit einem Beitritt generell Kosten verbunden seien. Er spielte damit auf die geplante Einführung einer digitalen Gästekarte in Krakow an, mit der die Zahlung der Kurabgabe besser nachvollziehbar sein soll. Kathrin Lange äußerte weitere Skepsis: Die Orte der Tourismusregion „Mecklenburgs Mitte“ lägen relativ weit von Krakow am See entfernt. Sie sähe eher eine Nähe zu Malchow oder Waren.
Bürgermeister Rojahn betont dagegen die Chancen der Zusammenarbeit: Für ihn gehe es in der angedachten Tourismusregion um eine stärkere Vernetzung in der Region, während der bestehende Tourismusverband Mecklenburgische Seenplatte übergeordnete Strukturen vorhalte. Die vier Kommunen stehen somit vor einer wichtigen Entscheidung, die die touristische Zukunft der gesamten Region nachhaltig prägen könnte.



