TUI setzt auf ungewöhnlichen Flughafen für Evakuierung deutscher Touristen
In einer überraschenden Aktion hat der deutsche Reiseveranstalter TUI am Samstag fast unbemerkt 250 Pauschal-Touristen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten ausgeflogen. Während Dubai weiterhin als gefährlich gilt und von Abu Dhabi aus nur Sonderflüge gestattet sind, wählte TUI einen ungewöhnlichen Abflugort: den kleinen Provinzflughafen Al Ain International im Landesinneren.
Mini-Airport im Wüsteninneren als Evakuierungsbasis
Der Flughafen Al Ain liegt etwa 144 Kilometer von Dubai und rund 140 Kilometer von Abu Dhabi entfernt. Normalerweise werden von diesem Regionalflughafen hauptsächlich Kurzstreckenflüge kleinerer Airlines wie Nile Air oder Jazeera Airways abgewickelt. Auch Etihad Airways nutzt den Airport für Verbindungen mit Kleinraumjets. Dass jedoch deutsche Touristenmaschinen von hier starten würden, war bislang ungewöhnlich.
Wie Beobachtungen auf dem Flugradar-Portal Flightradar24 zeigten, hoben zwei TUIfly-Boeing 737-800 von Al Ain ab. Bemerkenswert ist, dass TUIfly im Gegensatz zu anderen deutschen Fluggesellschaften wie Eurowings und Condor bislang keine regulären Verbindungen in die Golf-Region unterhielt. Während die Linienflüge der Konkurrenz abgesagt wurden, plant TUI nun sogar regelmäßige Evakuierungsflüge ab dem kleinen Airport.
Technische Herausforderungen und Zwischenstopp
Die beiden TUIfly-Maschinen schafften die Strecke von den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Deutschland nicht mit einer Tankladung. Daher mussten sie zunächst in Heraklion auf Kreta zwischenlanden, um vollständig betankt zu werden. Von dort aus ging der Flug dann weiter zum Zielflughafen Hannover.
Diese technische Notwendigkeit unterstreicht die besonderen Herausforderungen, die mit der Nutzung eines kleinen Regionalflughafens für Langstrecken-Evakuierungen verbunden sind. Der Flughafen Al Ain war offenbar bisher keinem deutschen Flug-Manager als möglicher Abflugort für solche Operationen bekannt.
Weitere Evakuierungen geplant
Nach dem erfolgreichen ersten Einsatz sollen weitere Evakuierungsflüge von Al Ain aus folgen. Wie viele deutsche Urlauber sich noch in der Golf-Region aufhalten und auf Rücktransport warten, ist nicht genau bekannt. Die Situation bleibt angespannt, während TUI mit dieser unkonventionellen Lösung eine neue Möglichkeit gefunden hat, Touristen sicher zurück nach Deutschland zu bringen.
Die Wahl des abgelegenen Flughafens Al Ain zeigt, wie Reiseveranstalter in Krisensituationen kreative Lösungen finden müssen, um ihre Kunden zu schützen und zurückzuholen. Während andere Fluggesellschaften ihre Verbindungen einstellen, etabliert TUI mit diesen Evakuierungsflügen eine neue Art der Krisenbewältigung in der Tourismusbranche.



