Urlaub auf Pump: Trend oder Schuldenfalle? Reisen auf Kredit im Fokus
Urlaub auf Pump: Trend oder Schuldenfalle?

Urlaub auf Pump: Ein neuer Trend in der Reisebranche?

Das Konto ist leer, doch die Sehnsucht nach Sonne und Strand bleibt ungebrochen. Immer mehr Menschen scheinen auf die Idee zu kommen, ihren Urlaub auf Kredit zu finanzieren – ähnlich wie bei einer Einbauküche oder einem Auto. Doch ist das wirklich ein kluger Weg zur Traumreise?

Die Verlockung des „Book now, pay later“

Reiseportale wie Urlaubsguru preisen die Vorteile an: „Ein Urlaub auf Raten gibt euch die Möglichkeit, eure Reise zu finanzieren, die leeren Speicher wieder aufzufüllen und voller Energie zurück in den Alltag zu starten.“ Auch die Reisesuchmaschine Kayak hat das Prinzip des „book now, pay later“ in ihrem aktuellen Trendreport hervorgehoben. Diese Methode, angelehnt an die aus dem Onlineshopping bekannte „Buy now, pay later“-Option, soll Urlaubern mit knappem Budget entgegenkommen.

Kayak zufolge erwarten viele Verbraucher, dass Reiseunternehmen solche Zahlungsmethoden unterstützen. Doch die Realität sieht anders aus.

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Zurückhaltung bei großen Veranstaltern

In der Reisebranche ist die Skepsis groß. Der Deutsche Reiseverband äußert sich nicht zu dem Thema, und Marktführer Tui bietet laut einem Sprecher keine Ratenzahlungen an. Auch bei Mitbewerbern wie Schauinsland-Reisen sind Ratenoptionen ausgeschlossen, obwohl Bezahlsysteme wie Paypal verfügbar sind.

Was verbreitet ist, sind Teilzahlungen bei Buchungen mit Vorlauf, bei denen zunächst ein kleiner Betrag angezahlt wird. Doch Reisen auf Kredit? Das Vergleichsportal Check24 bestätigt: Keiner der verglichenen Reiseveranstalter bietet Ratenzahlungen an.

Reiseportale als Vermittler für Kredite

Anders sieht es bei Reiseportalen aus. Beispielsweise ermöglicht „fluege.de“ über den Zahlungsdienstleister Klarna Ratenzahlungen für Reisen bis zu 2.500 Euro. Urlaubsguru verknüpft seinen Beitrag über die Vorteile des Reisens auf Raten direkt mit einem Kreditvergleich.

Dort wird ein Kredit über 2.000 Euro mit zwölf Monaten Laufzeit und 8,7 Prozent effektivem Jahreszins angezeigt. Die monatliche Rate beträgt etwa 174 Euro, am Ende zahlt man rund 2.090 Euro – also 90 Euro mehr. Ob sich dieser Aufpreis für einen sofortigen Urlaub lohnt, muss jeder selbst entscheiden.

Die Risiken des Reisens auf Pump

Verbraucherschützer warnen eindringlich vor den Gefahren. Das Risiko, das Budget zu überschätzen und in eine Schuldenfalle zu geraten, ist hoch. Sie empfehlen, Zahlungsaufschübe oder Ratenfinanzierungen nur für „unaufschiebbare wichtige Anschaffungen“ zu nutzen, wie etwa einen neuen Kühlschrank bei Defekt.

Urlaub ist zwar wichtig, aber nicht unaufschiebbar. Stattdessen kann man die Reisepläne anpassen: Vielleicht reicht das Budget nicht für die Malediven, aber für einen Trip an die Müritz oder den Möhnesee.

Alternative: Sparen mit Plan

Eine sinnvolle Alternative ist das gezielte Sparen. Indem man monatlich einen festen Betrag auf ein Tagesgeldkonto legt, kann in ein bis zwei Jahren ein ansehnliches Polster entstehen. Kombiniert mit dem verfügbaren Girokontoguthaben lässt sich so womöglich der Traumurlaub finanzieren – ganz ohne Kredit und die damit verbundenen Risiken.

Letztlich bleibt die Frage: Ist der sofortige Urlaub auf Pump das Risiko wert, oder lohnt sich die Geduld für eine schuldenfreie Reise? Die Entscheidung liegt bei jedem Einzelnen.

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