Urlaub trotz Krisen: Reiseexpertin prognostiziert weiter steigende Preise für sichere Ziele
Urlaub in Krisenzeiten: Reiseexpertin gibt Prognose ab

Urlaub in unsicheren Zeiten: Reisebranche trotzt weltweiten Krisen

Bei all den Kriegen und Konflikten auf der Welt könnte einem eigentlich die Lust am Verreisen vergehen. Doch Karin Blohm, die seit 1990 in der Reisebranche tätig ist und zwei Reisebüros in Sternberg und Crivitz leitet, beobachtet genau das Gegenteil. Die Reiselust der Deutschen bleibt trotz der angespannten Weltlage erstaunlich ungebrochen.

Verunsicherte Urlauber und unerwartete Zwischenfälle

Krieg im Nahen Osten, Unruhen in Kuba, Drohnenangriffe im Mittelmeer – die Liste der aktuellen Krisenherde ist lang und betrifft auch beliebte Urlaubsregionen. Türkei- und Griechenland-Urlauber zeigen sich besorgt, Kreuzfahrttouristen saßen nach der Blockade der Straße von Hormus im Persischen Golf fest, und in Dubai erlebten Gäste eines vermeintlich sicheren Hotels Raketeneinschläge.

„Ihr Hotel lag in Dubai, 900 Meter von dem Einschlag entfernt. Dass die Panik haben, ist klar“, berichtet Karin Blohm von eigenen Kunden, die vom Iran-Konflikt betroffen waren. Die Urlauber ergriffen selbst die Initiative: „Bei Nacht und Nebel haben sie sich einen Jeep gemietet, sind ins Nachbarland gefahren und über die Türkei zurück nach Deutschland gekommen. Nach über einer Woche.“

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Ungebrochene Reiselust trotz verhaltener Buchungen

Obwohl viele Urlauber verunsichert sind und in den vergangenen Wochen vermehrt nach der Sicherheit von Zielen wie der Türkei und Griechenland fragten, bleibt die grundsätzliche Reisefreude erhalten. „Im Großen und Ganzen sind unsere Kunden nach wie vor wild darauf, die Welt kennenzulernen“, betont die Reiseexpertin.

Aktuelle Zahlen des Deutschen Reiseverbands (DRV) bestätigen diesen Trend: Für den vorab gebuchten mehrtägigen Urlaub gaben Bundesbürger im vergangenen Jahr 87,9 Milliarden Euro aus – ein neuer Rekord, der die Spitzenwerte von 2019 noch deutlich übertraf.

Beliebte Ziele und deutliche Preissteigerungen

Zu den nach wie vor gefragtesten Reisezielen gehört Spanien, aber auch Ferienhäuser in Skandinavien erleben eine Renaissance. Kreuzfahrten bleiben der Renner, während Flusskreuzfahrten im Kommen sind. Doch diese Reisefreude hat ihren Preis: Reisen ist in den vergangenen Jahren stetig teurer geworden.

  • Vermeintlich günstige Destinationen wie Polen, Kroatien und Bulgarien haben spürbar zugelegt
  • Bei Kreuzfahrten lassen sich seit dem Ende der Corona-Pandemie Verdopplungen und Verdreifachungen der Preise beobachten
  • Besonders beliebt sind im Sommer Routen in Skandinavien

Prognose: Sichere Ziele werden noch teurer

Ein Ende der Preissteigerungen ist nicht in Sicht. Karin Blohm ist sich sicher: „Besonders in Zeiten, in denen die Menschen auf der Suche nach sicheren Ländern sind, dürfte es noch teurer werden.“ Ihre Prognose fällt deutlich aus: „Vermeintlich sichere Zielgebiete werden das nutzen.“

Der unschätzbare Wert persönlicher Beratung

In dieser unsicheren Lage gewinnt die persönliche Beratung in Reisebüros an Bedeutung. Während Online-Portale auf den ersten Blick oft günstiger erscheinen, fehlt dort meist ein echter Ansprechpartner. Bei der Buchung über das Reisebüro ist die Nähe zum Kunden essenziell.

Cindy Dahnke, die die Kunden im Sternberger Reisebüro betreut, erklärt: „Wir haben fast immer das gleiche Angebot bekommen wie Online-Portale. Manchmal ist es schwierig zu finden, aber wir kommen dahinter.“ Manchmal werde ein kleiner Aufschlag fällig, den die Kunden bereit sind zu zahlen – für einen verlässlichen Ansprechpartner von der Buchung bis zum Reiseende.

Abwarten statt voreiliger Stornierungen

Angesichts der unübersichtlichen Weltlage rät Karin Blohm von frühzeitigen Stornierungen ab: „Wer weiß schon, wie die Welt in einem halben Jahr aussieht.“ Statt in Panik zu verfallen, empfiehlt sie Urlaubern mit bereits gebuchten Herbstreisen, abzuwarten und sich professionell beraten zu lassen.

Die Reiseexpertin betont abschließend: „Man muss den Kunden vermitteln, ruhig zu bleiben.“ Denn trotz aller Krisen und steigender Preise – die Sehnsucht nach neuen Horizonten und Erlebnissen bleibt bei den Deutschen ungebrochen stark.

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