USA vor der WM: Was Touristen beachten müssen
USA vor der WM: Touristen-Tipps

Am 11. Juni beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft 2026, und der Blick richtet sich vor allem auf die USA. Mit 78 von 104 Partien findet dort der Großteil der Spiele statt, während Mexiko und Kanada jeweils 13 Partien austragen. Das Turnier endet am 19. Juli. Doch die USA feiern 2026 nicht nur die WM, sondern auch 250 Jahre Unabhängigkeit und das 100-jährige Jubiläum der berühmten Route 66. Dennoch bleibt der erhoffte Touristenansturm aus. Grund dafür ist unter anderem die Politik von US-Präsident Donald Trump. Umstrittene Razzien der Einwanderungsbehörde ICE, Einreiseverbote für Bürger bestimmter Länder und Pläne für strengere Einreisekontrollen haben viele Urlauber verunsichert und zu rückläufigen Besucherzahlen geführt.

Preise sinken – gute Reisezeit?

Für alle, die bald eine USA-Reise buchen wollen, gibt es positive Nachrichten: Die Preise sind deutlich gefallen. „Die Preise haben sich deutlich nach unten bewegt – bei Airlines, Hotels und vor allem auch bei Mietwagen“, sagt Timo Kohlenberg, Geschäftsführer des Veranstalters America Unlimited. Zudem drückt der günstige Dollar-Kurs die Reisepreise zusätzlich. „Eigentlich ist momentan der beste Zeitpunkt, um in die USA zu fahren“, so Kohlenberg. Selbst in den elf WM-Städten sind die durchschnittlichen Hotelzimmerraten an Spieltagen rückläufig. In New York kostete ein Hotelzimmer bei Buchung Mitte April im Schnitt 464 US-Dollar pro Nacht, Ende Dezember waren es noch 609 Dollar. Dennoch müssen Reisende in Spielorten wie New York, Miami oder Los Angeles mit hohen Preisen rechnen – egal ob für Essen, Bahnfahrten oder Taxis.

Willkommen in den USA?

„Vor Ort merkt man von der politischen Lage kaum etwas. Die Menschen sind offen und herzlich – viele sehen die politische Lage selbst durchaus sehr kritisch“, berichtet Kohlenberg, der allein im vergangenen Jahr viermal in den USA war. Auch Kunden melden ihm immer wieder, wie reibungslos alles ablaufe. Er spricht von einem „verzerrten Bild“ zwischen der Darstellung hierzulande und der Realität vor Ort. Bei der Einreise müssen Reisende laut Veranstaltern wie Dertour oder Canusa Touristik keine Probleme befürchten, sofern sie einen gültigen Reisepass haben und den Esta-Antrag korrekt ausfüllen. „Wir hatten noch nie eine Abweisung an der Grenze in all den Jahren“, sagt Kohlenberg. Die größte Herausforderung für deutsche Reisende ist vermutlich die Einreisegenehmigung Esta.

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Was ist bei der Esta zu beachten?

Ohne die elektronische Einreisegenehmigung (Esta) kommt man nicht in die USA. Der Antrag ist in den vergangenen Jahren anspruchsvoller und teurer geworden. Der Preis wurde im letzten Herbst fast verdoppelt auf nun 40 US-Dollar (rund 34 Euro). Der Antrag kann auf der Website der Zoll- und Grenzschutzbehörde CBP oder über die Esta-Mobile-App gestellt werden. Reisende müssen persönliche Daten angeben und Fragen zu Reisezweck und Gesundheit beantworten. Zudem sind Fotos des Reisepasses und ein Selfie erforderlich. Die Bearbeitungszeit beträgt in der Regel nur wenige Stunden, die Genehmigung wird per E-Mail mitgeteilt. Wichtig: Wird die Esta abgelehnt, muss ein Visum beantragt werden, was etwa sechs Wochen dauern kann. Daher sollte der Antrag rechtzeitig gestellt werden. Eine genehmigte Esta ist maximal zwei Jahre gültig, erlischt jedoch mit dem Ablauf des Reisepasses.

Fallstricke beim Esta-Antrag

Das Wichtigste ist die korrekte Angabe der Passdaten. Beim Auslesen des hochgeladenen Passfotos können Fehler passieren. Die Abfrage von Social-Media-Plattformen ist noch keine Pflichtangabe und kann übersprungen werden. Wer Angaben macht, muss nur die Profilnamen nennen, keine Zugangsdaten. Bei den Sicherheitsfragen (Punkt 8 im Antrag) gilt: Wird eine Frage mit „Ja“ beantwortet, wird die Esta abgelehnt. Eine Ausnahme gibt es für Reisen nach Kuba vor Januar 2021 – hier sollte man „Ja“ ankreuzen und die Details angeben. Falsche Angaben können zu Ablehnung oder bei der Einreise zu Sanktionen bis hin zu Inhaftierung und Abschiebung führen.

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Einreise aus Mexiko oder Kanada

Wer von Mexiko oder Kanada in die USA einreist, benötigt ebenfalls eine gültige Esta oder ein Visum. Für Mexiko reicht ein gültiger Reisepass; bei Landeinreise ist zusätzlich die Touristenkarte FFM erforderlich, die online beantragt werden kann. Bei Flugreisen nach Mexiko ist diese Karte nicht nötig. Für Kanada benötigen deutsche Reisende eine elektronische Reisegenehmigung (eTA), die online beantragt wird. Die Kosten betragen sieben Kanada-Dollar (rund vier Euro), und die eTA ist bis zu fünf Jahre gültig. Auch hier sollte der Antrag rechtzeitig gestellt werden, da eine Ablehnung lange Bearbeitungszeiten nach sich ziehen kann.