Tourismusregion Vorpommern-Greifswald verliert Urlauber: Preise und fehlende Flexibilität als Hauptgründe
Vorpommern-Greifswald verliert Urlauber: Preise und fehlende Flexibilität

Tourismusregion Vorpommern-Greifswald verliert Urlauber: Preise und fehlende Flexibilität als Hauptgründe

Die Tourismusregion Vorpommern-Greifswald hat im Jahr 2025 einen deutlichen Rückgang bei den Urlauberzahlen zu verzeichnen. Laut aktuellen Daten des Statistischen Amtes Mecklenburg-Vorpommern besuchten etwas mehr als 1,35 Millionen Touristen die Region, was zu über 6,4 Millionen Gästeübernachtungen in Beherbergungsbetrieben führte, einschließlich Campingplätzen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von Januar bis November bedeutet dies ein Minus von 1,9 Prozent bei den Übernachtungszahlen.

Greifswald und Stralsund als Verlierer der Statistik

Im Landkreis-Vergleich verzeichnete Vorpommern-Greifswald den höchsten Rückgang, gefolgt von Ludwigslust-Parchim mit einem Minus von 1,1 Prozent. Besonders betroffen ist die Kreisstadt Greifswald, die mit einem Rückgang um 8,8 Prozent deutlich an Beliebtheit eingebüßt hat. Allerdings gab es hier im Jahr 2024 mit dem 250. Geburtstag von Caspar David Friedrich einen Sondereffekt, der die Zahlen damals positiv beeinflusste. Auch Stralsund musste mit einem Minus von 2,9 Prozent bei den Übernachtungsgästen spürbare Einbußen hinnehmen. Der weitaus überwiegende Teil der Urlauber kam aus dem Inland, während der Anteil ausländischer Gäste lediglich 3 Prozent ausmachte.

Statistik zeigt nicht das volle Ausmaß des Rückgangs

Sven Köppert vom Tourismusverband Vorpommern äußert sich kritisch zu den offiziellen Zahlen: „Diese Statistik ist fast noch zu positiv.“ Er erklärt, dass nur Betriebe ab einer Größe von zehn Schlafplätzen erfasst werden, was viele kleine private Vermieter ausschließt, die noch deutlich schlechter abgeschnitten haben. Als Hauptgrund nennt Köppert „die Preisschraube“, an der weiter gedreht worden sei. Besonders im Campingsegment sei der Rückgang gravierend: Vorpommern-Greifswald verzeichnet hier einen satten Rückgang um 10,5 Prozent, während Mecklenburg-Vorpommern insgesamt einen Rückgang von minus 3,1 Prozent aufweist. Neben den Preisen spiele auch das Wetter eine Rolle, da Camper zunehmend kurzfristig buchen und bei ungünstigen Bedingungen fernbleiben.

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Einzelne Städte der Region im Fokus

Bei der Betrachtung einzelner Städte zeigt sich ein gemischtes Bild. Ueckermünde war eine Verliererin der vorigen Saison mit knapp 29.000 Gästeankünften (minus 7,2 Prozent) und rund 87.500 Übernachtungen (minus 11,2 Prozent). Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag bei drei Tagen. Pasewalk hingegen konnte mit 9400 Ankünften ein Plus von 5,4 Prozent verzeichnen, obwohl es keine größere Veranstaltung gab. Mögliche Gründe könnten Geschäftsreisende oder Bundespolizisten im Zusammenhang mit Grenzkontrollen sein. Allerdings musste Pasewalk bei den Übernachtungen ein Minus von 2,6 Prozent hinnehmen, mit 25.400 Nächten und einer durchschnittlichen Verweildauer von 2,7 Tagen.

Anklam verzeichnete einen leichten Aufwärts-Trend bei den Ankünften mit 19.900 Gästen (plus 1,5 Prozent), aber einen Rückgang bei den Übernachtungen um 0,6 Prozent auf 38.700. Die Gäste blieben im Schnitt nur 1,9 Tage. Torgelow erlebte einen Rückgang um 5,6 Prozent bei knapp 5200 Ankünften und einen gravierenden Rückgang bei den Übernachtungen um 10,6 Prozent auf knapp 11.150, mit einer durchschnittlichen Verweildauer von 2,1 Tagen. Daten aus Orten wie Mönkebude, Altwarp, Stolpe an der Peene und Grambin werden aus Datenschutzgründen nicht veröffentlicht.

Lösungsansätze für die Zukunft

Sven Köppert betont, dass Vermieter flexibler werden müssen, um Leerstände zu vermeiden. In der Vergangenheit hätten sich viele Vermieter darauf konzentriert, nur Gäste zu akzeptieren, die von Samstag bis Samstag blieben. Wer kürzere Aufenthalte wie drei oder vier Nächte buchen wollte, habe oft schlechte Karten gehabt. „Wer keinen Leerstand möchte, muss wieder flexibler werden, auch drei oder vier Nächte vermieten. Alles andere ist nicht mehr zeitgemäß“, so Köppert. Diese Anpassung könnte dazu beitragen, die Attraktivität der Region für Kurzurlaube und Wochenend-Trips zu steigern.

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Zum Vergleich: Rostock verzeichnete die meisten Stadt-Übernachtungen in Mecklenburg-Vorpommern mit einem Plus von drei Prozent auf fast 2,15 Millionen zwischen Januar und November 2025. In ganz Mecklenburg-Vorpommern wurden fast 32 Millionen Übernachtungen gezählt, wobei gut ein Drittel auf den Bereich Vorpommern-Rügen entfällt. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in Vorpommern-Greifswald lag bei 4,7 Tagen, was eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr darstellt, aber den Gesamtrückgang nicht ausgleichen kann.