Waren an der Müritz, die Hauptstadt der Mecklenburgischen Seenplatte, zieht ganzjährig Touristen an. Selbst bei schlechtem Wetter gibt es viel zu entdecken. Ein besonderes Highlight ist das Müritzeum, ein Museum, das mitten in einem See steht.
Marienkirche: 176 Stufen zum Panoramablick
Beginnen Sie Ihren Besuch mit dem Aufstieg auf den Turm der Marienkirche. Genau 176 Stufen führen nach oben, von wo aus Sie einen herrlichen Blick auf die Stadt und die umliegenden Gewässer haben: im Süden die Müritz mit dem Müritz-Nationalpark, im Norden der Tiefwarensee, im Westen der Kölpinsee und im Südosten der Feisnecksee. Die Marienkirche, auch „Kirche mit der Pudelmütze“ genannt, wurde im 13. und 14. Jahrhundert aus den Überresten der Burgkapelle erbaut und ist das älteste Bauwerk der Stadt.
Neues Rathaus: Geschichte und ein Loch von 1920
Nach dem Turmbesuch lohnt sich ein Abstecher ins Neue Rathaus am Neuen Markt. Das 1797 im Tudorstil errichtete Gebäude wurde Mitte des 19. Jahrhunderts neugotisch umgebaut. Auffällig ist eine Einschussstelle an der Rückseite, die vom Kapp-Putsch am 18. März 1920 stammt, als Baron Le Fort auf die Stadt schießen ließ. Fünf Bürger starben. Seit 1998 beherbergt das Rathaus das Stadtgeschichtliche Museum.
Müritzeum: Haus der 1000 Seen mit Superlativen
Das Müritzeum ist ein Erlebniszentrum der Superlative. Es steht 70 Zentimeter im Herrensee und bietet Deutschlands größtes Süßwasseraquarium mit 100.000 Litern Wasser. Hier schwimmen 500 silberne Maränen, ein heimischer Fisch aus der Müritz. Insgesamt leben fast 50 Fischarten, Krebse, Sumpfschildkröten und Schnecken in den Becken. Von der Dachterrasse haben Sie einen einmaligen Blick auf die Müritz. Das Museum ist täglich geöffnet und bietet auch Tauchvorführungen.
Alte Kacheltöpferei: Geschichte erleben
Das Kachelofenmuseum in der Alten Kacheltöpferei zeigt, dass Kachelöfen nicht nur nützlich, sondern auch kunstvoll sein können. Das Museum öffnet von Mitte Mai bis September. Führungen können über das Stadtgeschichtliche Museum vereinbart werden.
Altstadt: Gerettet durch Geldmangel
Die Altstadt von Waren blieb fast vollständig erhalten, weil der DDR das Geld für Abriss und Neubau fehlte. Nach der Wende wurden die Häuser liebevoll saniert. Heute ist das Viertel zwischen Müritz und Tiefwarensee ein Kleinod.
Dampferfahrt auf der Müritz
Zum Abschluss empfiehlt sich eine Fahrt mit der „Europa“, dem Flaggschiff der Weißen Flotte Müritz. Besonders beliebt sind die „3-Seenfahrt zum Kölpinsee“ (zwei Stunden) oder die „Kleine Müritzrundfahrt“ (eine Stunde).
Anreise
Waren ist mit der Bahn ab Berlin gut erreichbar; der Bahnhof liegt zehn Minuten vom Müritzeum entfernt. Mit dem Auto fahren Sie über die A 19, Abfahrt Waren (Müritz). Parkplätze gibt es neben dem Müritzeum.



