14-jähriger Rostocker will IT-Firma gründen: KI-Box für datensichere Unternehmen
14-Jähriger will IT-Firma gründen: KI-Box für Unternehmen (10.04.2026)

14-jähriger Rostocker will IT-Firma gründen: KI-Box für datensichere Unternehmen

Ein Teenager aus Rostock hat Großes vor. Der 14-jährige Malte Schröder von der Michaelschule möchte seine eigene IT-Firma aufbauen, obwohl er noch mehrere Jahre vom gesetzlichen Mindestalter für eine Gewerbegründung entfernt ist. Sein Ziel ist die Entwicklung einer kostengünstigen, datensicheren Box für Unternehmen, die auch die sichere Anwendung von Künstlicher Intelligenz ermöglicht. Um dieses Vorhaben umsetzen zu können, benötigt er die Zustimmung eines Familiengerichts.

Vom Gamer zum Programmierer: Eine frühe Leidenschaft

Die Begeisterung für Technologie begann bei Malte bereits im Kindergartenalter. Mit fünf Jahren beobachtete er seinen älteren Bruder beim Computerspielen und wusste sofort: „Das will ich auch!“ Zur Einschulung erhielt er seinen ersten Computer als Geschenk. Doch das reine Spielen langweilte ihn schnell. „Ich habe dann einfach geschaut, was man damit noch so alles machen kann“, erinnert sich der Jugendliche.

Mit neun Jahren stand sein Berufswunsch fest: „Ich will Programmierer werden!“ Mit Unterstützung seines Vaters, der im IT-Bereich bei der Bundeswehr tätig ist, brachte er sich verschiedene Programmiersprachen und technisches Grundwissen bei – zunächst durch Online-Kurse, später mithilfe von Künstlicher Intelligenz.

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Bereits jetzt kann der 14-Jährige beachtliche Erfolge vorweisen. Er entwickelte eine eigene Nachrichten-App, mit der er beim Regionalwettbewerb „Jugend forscht Junior“ im Bereich Mathematik/Informatik den zweiten Platz belegte. Sowohl Firmen als auch die Universität Rostock haben bereits Interesse an seinen Fähigkeiten gezeigt.

Die Vision: Eine datensichere Alternative für Unternehmen

Maltes nächstes Projekt ist ambitioniert. „Firmen arbeiten momentan mit externen Technologien und Fremdanbietern, die ihre Daten auf externe Server verschieben, wo sie verarbeitet werden“, erklärt der angehende Jungunternehmer. „Das ist problematig – sowohl für die Datensicherheit als auch für die Kosten.“

Seine Lösung: Eine kompakte Box, die ausschließlich im Firmennetzwerk betrieben wird und drei wesentliche Funktionen vereint:

  • Eine lokale KI-Plattform mit zugangsbeschränktem Zugriff auf interne Daten
  • Eine Datenbank mit Lesezugriff für die KI
  • Einen Kommunikationsserver auf Basis eines speziellen Matrix-Protokolls

„Meine Box verbraucht wesentlich weniger Strom und ist trotzdem extrem leistungsfähig“, betont Malte. Möglich mache dies eine Hardware-Architektur auf Basis der lizenzfreien RISC‑V-Befehlssätze, die energieeffizienter und günstiger sei als herkömmliche Systeme.

Der rechtliche Weg: Zustimmung des Familiengerichts erforderlich

Die größte Hürde für den 14-Jährigen ist das gesetzlich vorgegebene Mindestalter für eine Gewerbegründung. „Die Technologie entwickelt sich rasend schnell weiter“, begründet Malte seine Dringlichkeit. „Ich kann nicht warten, bis ich 18 bin, wenn ich Teil der Entwicklung sein möchte.“

Um geschäftlich durchstarten zu können, benötigt er die Zustimmung eines Familiengerichts. „Ich möchte sicherstellen, dass ich rechtlich abgesichert bin. Denn sobald ich mein Produkt mit Firmen teste, bin ich auf Verträge angewiesen, um sauber zu arbeiten“, erklärt er. Seine Eltern unterstützen ihn voll und ganz – die Mutter als Selbstständige bei rechtlichen Fragen, der Vater inhaltlich im IT-Bereich.

Zwischen Schule und Unternehmertum

Trotz seiner ambitionierten Pläne bleibt Malte ein normaler Schüler. „Ich bin vom Informatik-Unterricht freigestellt, um mich meiner ‚Arbeit‛ zu widmen“, erzählt er. „Zu den anderen Fächern muss ich dennoch hin. Schulpflicht eben.“ Seine Mutter betont: „Hauptsache, die Leistungen in der Schule leiden nicht darunter.“ Der 14-Jährige versichert, einen guten Notendurchschnitt zu haben und auf jeden Fall Abitur machen zu wollen.

In seiner Freizeit trifft er sich mit Freunden in der Stadt oder besucht das Schülerlabor des Vereins MikroMint, wo er von Mentoren wie Kay Mieske unterstützt wird.

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Konkrete Pläne und Ziele

Das nächste Ziel ist der Bau eines Prototyps innerhalb eines Jahres. „Auch dafür ist das Gewerbe wichtig, da ich so besser Investorengelder einwerben kann“, erklärt Malte. Die Hardwarekosten schätzt er als überschaubar ein: Chips beginnen bei wenigen Cent, ein Mainboard kostet etwa 300 Euro, und hochmoderne KI-Beschleunigerkarten liegen bei rund 1500 Euro pro Stück.

Sein Produkt hat bereits einen Markennamen: „Radixura“ – abgeleitet von den lateinischen Begriffen für Wurzel und Zukunft. „Ich will die Wurzeln der zukünftigen Technologie mitbegründen“, sagt der 14-Jährige. „Je jünger ich anfange, desto mehr Zeit habe ich, um Fehler zu machen und aus ihnen zu lernen.“

Unterstützt von seiner Familie und Mentoren wie Thomas Borowitz und Kay Mieske ist Malte überzeugt: „Man darf heutzutage nicht nur zuschauen, wie sich die Technologie entwickelt. Man muss Teil davon werden.“ Davon will er nun auch das Familiengericht überzeugen, um seinen Traum von einer eigenen IT-Firma verwirklichen zu können.