René Benko plant Tischlerlehre im Gefängnis: Vom Immobilienmogul zum Handwerker?
Benko will Tischler werden: Neuer Job im Gefängnis

Vom Immobilienmogul zum Tischler: René Benkos ungewöhnlicher Karrierewechsel

Der ehemalige Milliardär und Signa-Gründer René Benko plant offenbar einen radikalen beruflichen Neuanfang – und zwar hinter Gittern. Nach Informationen des Magazins Trend möchte der österreichische Investor in der Untersuchungshaft eine Tischlerausbildung beginnen. Sein Rechtsanwalt Norbert Wess hat diese Pläne gegenüber der Nachrichtenagentur dpa bestätigt.

Von Aktenbergen zu Hobelspänen

Laut Anwalt Wess war Benko in den vergangenen Monaten fast ausschließlich mit der Bearbeitung seines umfangreichen Strafakts beschäftigt. Da aktuell keine neuen Ermittlungsstränge hinzugekommen sind, bestehe nun die Möglichkeit, einer regulären Beschäftigung nachzugehen. „Er möchte endlich mit den Händen arbeiten“, so die Darstellung aus Benkos Umfeld.

Der 47-Jährige sitzt seit über einem Jahr in Untersuchungshaft, nachdem sein einst mächtiges Immobilienimperium Signa spektakulär kollabiert war. Steigende Zinsen, explodierende Baukosten und risikoreiche Übernahmen wie die der deutschen Warenhauskonzerne Karstadt und Kaufhof hatten das Konglomerat in die Insolvenz getrieben.

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Zweifache Verurteilung und Luxusleben

Benko wurde inzwischen zweimal wegen des Verdachts der Schädigung seiner Gläubiger verurteilt. Beide Urteile des Landesgerichts Innsbruck sind jedoch noch nicht rechtskräftig. Der Fall beschäftigt weiterhin die österreichische Justiz.

Der Kontrast könnte größer nicht sein: Noch vor wenigen Jahren führte Benko ein extravagantes Luxusleben. In seiner Villa N in Innsbruck residierte er mit seiner Familie hinter einem prächtigen Säuleneingang. Im Keller befand sich ein Nachbau der Blauen Grotte von Capri, im Foyer parkten Ferraris. Der Aufsteiger hatte es bis auf die Forbes-Liste der Reichsten geschafft und galt als Wunderkind der Immobilienbranche.

Zurück zu den Wurzeln?

Jetzt, in der Haft, kehrt Benko scheinbar zu den handwerklichen Grundlagen zurück. Ob der ehemalige Mogul sich tatsächlich an das einfache Arbeiten mit Holz gewöhnen kann – ohne die gewohnten Luxusaccessoires – bleibt abzuwarten. Enge Mitarbeiter hatten bereits frühzeitig den drohenden Zusammenbruch des Signa-Imperiums erkannt und in internen Chats über ihren Chef gelästert.

Die geplante Tischlerausbildung erinnert an andere prominente Häftlinge, die ihre Haftzeit produktiv nutzten. Der frühere französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy verfasste während seiner dreiwöchigen Haft ein ganzes Buch. Ob Benko ähnlich nachhaltige handwerkliche Ergebnisse vorweisen kann, wird sich zeigen.

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