Auch René Benkos Laura Privatstiftung meldet Insolvenz an - Vermögen von 400 Millionen Euro betroffen
Benkos Laura Privatstiftung meldet Insolvenz an

Laura Privatstiftung von René Benko meldet Insolvenz an

Nach der Serie von Pleiten im Umfeld des ehemaligen Signa-Immobilienimperiums hat nun auch die der Familie zugerechnete Laura Privatstiftung Insolvenz angemeldet. Die Stiftung, benannt nach der ältesten Tochter des inhaftierten Unternehmers René Benko aus erster Ehe, beantragte das Verfahren selbst beim Landgericht Innsbruck.

Zahlungsverpflichtungen in Milliardenhöhe als Auslöser

Auslöser für die Insolvenz sind massive Zahlungsverpflichtungen aus Schiedssprüchen in Höhe von insgesamt rund einer Milliarde Euro. Der Stiftungsvorstand erklärte in dem Antrag wörtlich: „Da die Laura Privatstiftung wirtschaftlich nicht imstande ist, die sich aus diesen Schiedsurteilen ergebenden Zahlungspflichten zu erfüllen, und da die Urteile zudem ihre rechnerische Überschuldung bewirken, sieht der Stiftungsvorstand die Insolvenzgründe der Zahlungsunfähigkeit und der Überschuldung als gegeben an.“

Konkret verpflichten Schiedssprüche des International Court of Arbitration in Genf die Stiftung zur Zahlung von mehr als 700 Millionen Euro an drei Gesellschaften aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Benko hatte sich über die Stiftung für seine Unternehmen diese Summe von drei Fonds aus den Emiraten geliehen und umfangreiche Garantien gegeben. Hinzu kommen noch erhebliche Zinszahlungen.

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Luxusimmobilien im Wert von 400 Millionen Euro betroffen

In der Laura Privatstiftung und deren gut 70 Tochtergesellschaften befanden sich Immobilien und andere Luxusobjekte im geschätzten Wert von rund 400 Millionen Euro. Dazu zählen unter anderem:

  • Die berühmte „Villa N“ in Innsbruck, in der Benko selbst residierte
  • Das exklusive Chalet „N“ in Oberlech am Arlberg
  • Weitere hochwertige Immobilien und Luxusobjekte

Das Landgericht Innsbruck bestätigte den Eingang des Insolvenzantrags. Gegen die Stiftung hatten neben den Emirati-Fonds auch der saudische Staatsfonds PIF und der Gründer der Tierfutterkette Fressnapf, Torsten Toeller, geklagt. Experten gehen davon aus, dass Gläubiger mit einer vollständigen Rückzahlung ihrer Forderungen nicht rechnen können.

Hintergrund: Der Zusammenbruch des Signa-Imperiums

Das von René Benko aufgebaute Signa-Konglomerat aus Immobilien und Handel war Ende 2023 unter der Last steigender Zinsen und Kapitalkosten zusammengebrochen. Zu der Gruppe gehörten ikonische Gebäude wie:

  1. Das KaDeWe in Berlin
  2. Der Elbtower in Hamburg
  3. Das Chrysler Building in New York

Diese Insolvenz gilt als die größte in der österreichischen Wirtschaftsgeschichte. Benko selbst wurde bereits zweimal wegen betrügerischen Bankrotts verurteilt und sitzt seit Januar 2025 in Untersuchungshaft. Die Laura Privatstiftung galt lange als eiserne Reserve des Unternehmers, die nun ebenfalls kollabiert ist.

Die Entwicklung zeigt, wie tiefgreifend die Auswirkungen des Signa-Zusammenbruchs sind und wie selbst vermeintlich abgesicherte Vermögenswerte in den Strudel der Insolvenzen geraten können. Die österreichische Justiz und Wirtschaftsaufsicht beobachten die weiteren Entwicklungen genau, während Gläubiger auf eine möglichst hohe Quote aus den verbliebenen Vermögenswerten hoffen.

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