Bill Gates muss im Juni zu Epstein-Skandal vor US-Kongress aussagen
Der Microsoft-Gründer Bill Gates ist für den 10. Juni vor US-Abgeordneten geladen, um im Zusammenhang mit dem Skandal um den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein auszusagen. Dies bestätigten am Dienstag informierte Kreise in Washington. Ein Sprecher von Gates erklärte, der Unternehmer werde alle Fragen der Kongressabgeordneten beantworten, bestritt jedoch jegliche Beteiligung an illegalen Aktivitäten Epsteins.
Epstein-Dokumente und Kontakte
In den vom US-Justizministerium veröffentlichten Epstein-Dokumenten war auch der Name von Bill Gates aufgetaucht. Die Akten enthielten den Entwurf einer E-Mail, in der Epstein von angeblichen Affären des Microsoft-Gründers sprach. Der Sexualstraftäter schrieb darin, er habe dem Unternehmer geholfen, "Medikamente zu besorgen, um die Folgen von Sex mit russischen Mädchen zu bewältigen". Gates betonte jedoch, er sei niemals Zeuge von Epsteins illegalem Verhalten gewesen oder habe sich daran beteiligt.
Entschuldigung und Affären
Nach der Veröffentlichung der Epstein-Files entschuldigte sich Bill Gates Ende Februar bei Mitarbeitern für seine Kontakte zu Jeffrey Epstein. Dem Wall Street Journal zufolge räumte er zudem zwei Affären mit russischen Frauen ein – einer Bridge-Spielerin und einer Kernphysikerin, die für eines seiner Unternehmen arbeitete. Gates teilte mit, es seien keine Epstein-Opfer involviert gewesen. "Ich habe nichts Illegales getan. Ich habe nichts Illegales gesehen", sagte er laut Bericht zu den Mitarbeitern.
Hintergrund des Epstein-Skandals
Jeffrey Epstein stand unter Verdacht, mehr als tausend Minderjährige und junge Frauen sexuell missbraucht und teils an Prominente vermittelt zu haben. Er wurde 2008 erstmals verurteilt, weil er eine Minderjährige zur Prostitution angestiftet hatte. Nach einem umstrittenen Deal mit der Staatsanwaltschaft musste er jedoch nur 13 Monate Haft absitzen. Einen Monat, nachdem Epstein 2019 unter anderem wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen erneut festgenommen worden war, wurde er tot in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden. Nach offiziellen Angaben beging er Suizid.
Die Aussage von Bill Gates vor dem US-Kongress wird mit Spannung erwartet, da sie weitere Einblicke in die Verbindungen zwischen Epstein und einflussreichen Persönlichkeiten liefern könnte. Gates betont seine Kooperationsbereitschaft, während die Abgeordneten auf Aufklärung drängen.



