Zwei Brüder erfüllen sich Unternehmertraum in Prenzlauer Werkstatt
In der Uckermark haben zwei Brüder ihren gemeinsamen Traum von einem eigenen Unternehmen verwirklicht. Artur und Dimitri Fritz betreiben seit Mai vor zwei Jahren eine TÜV-Station für den TÜV Nord in Prenzlau. Beide verfügen über einen Bachelorabschluss in Fahrzeugtechnik und wagten mutig den Schritt in die Selbstständigkeit.
Tägliche Pendelstrecke schreckt erfolgreiche Jungunternehmer nicht ab
Obwohl die Brüder täglich pendeln müssen, lässt sie das nicht verzagen. „Der Laden läuft“, betonen sie mit Überzeugung. Innerhalb kurzer Zeit haben sie sich einen treuen Kundenstamm in der uckermärkischen Kreisstadt aufbauen können und bereuen ihre Entscheidung für den Standort in Prenzlau keinen einzigen Tag.
Anlässlich der Saisoneröffnung am 18. April luden die Betreiber des TÜV Nord-Prüf- und Sachverständigenbüros in die Prenzlauer Automeile ein. Schon am Vormittag wurden sie von zahlreichen Gästen förmlich überrannt. Ein Oldtimer nach dem anderen rollte auf den kleinen Firmenhof.
Persönlicher Kundenkontakt und familäre Atmosphäre als Erfolgsgeheimnis
In den Gesprächen mit den Besitzern der Fahrzeuge wurden nicht nur technische Fragen erörtert, sondern auch privat geplaudert. Viele Kunden seien mittlerweile fast wie Familie geworden, wie Artur Fritz stolz erklärt: „Man kennt und schätzt sich mittlerweile.“
Die Brüder führen ihren Erfolg auch auf ihre besondere Kundenansprache zurück. „Man kann dem Kunden ja auf vielerlei Art beibringen, dass es Mängel gibt, die abgestellt werden müssen“, so Artur Fritz. Dabei betonen sie, dass sie keineswegs wegschauen, wenn etwas nicht in Ordnung ist, sondern Verständnis für die Situation der Fahrzeugbesitzer zeigen und Lösungsmöglichkeiten aufzeigen.
Vom Busfahrer zum TÜV-Prüfer: Eine bemerkenswerte Karriere
Die leerstehende Werkstatt entdeckte Artur Fritz bei einer Dienstfahrt. „Das ist es“, wusste er sofort. Der 35-Jährige schwärmt von der Region: „Ich habe mich seitdem regelrecht in Land und Leute verliebt. Gefühlt sagen alle ‚Du‘ zueinander.“
Sein 44-jähriger Bruder Dimitri stand während der Saisoneröffnung am Grill und genoss die vertraute Atmosphäre ebenfalls. „Die Uckermärker sind schon ein Schlag für sich. Immer geradeheraus, da wird nichts durch die Blume gesagt. Aber das mögen wir so.“
Für Dimitri Fritz bedeutete die Gründung des Unternehmens einen besonderen Kraftakt. Mit einem Hauptschulabschluss in der Tasche setzte sich der langjährige Busfahrer noch einmal auf die Schulbank und absolvierte ein Studium, gefolgt von einer Ausbildung zum TÜV-Prüfer. „Das war hart“, gibt er zu, „doch ich habe mich durchgekämpft.“ Heute ist er endlich sein eigener Herr und steigt jeden Morgen gemeinsam mit seinem Bruder freudestrahlend ins Auto, um in der Uckermark sein Geld zu verdienen.



