Brewdog schließt alle deutschen Standorte: Insolvenzverfahren steht bevor
Die deutsche Tochtergesellschaft des schottischen Craftbeer-Herstellers Brewdog steht vor dem Aus. Wie die Berliner Morgenpost zuerst berichtete, plant das Unternehmen die Insolvenz anzumelden. Alle deutschen Bars, Gaststätten und die Brauerei in Berlin sind von dieser Entscheidung betroffen.
Insolvenzgeld für Mitarbeiter und vorläufiger Verwalter
Laut den Informationen erhalten die Mitarbeiter von Brewdog bereits für den Monat Februar Insolvenzgeld. Ein vorläufiger Insolvenzverwalter soll bestellt werden, wie aus einer E-Mail von Unternehmensgründer James Watt an die Belegschaft hervorgeht. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten haben einen klaren Hintergrund: Die Menschen trinken immer weniger Bier, nicht nur in Deutschland, sondern auch im Heimatmarkt Großbritannien.
Deutsche Standorte betroffen
Von der anstehenden Insolvenz in Berlin sind folgende Standorte betroffen:
- Die Brauerei in Berlin-Marienpark an der Lankwitzer Straße
- Drei Gaststätten in Berlin
- Eine Gaststätte in Hamburg in den Tanzenden Türmen an der Reeperbahn
Eine Bar in Berlin-Friedrichshain wurde bereits geschlossen. Brewdog ist seit 2016 in Deutschland aktiv, zunächst mit einer Bar und später mit eigener Produktion in Berlin.
Internationale Probleme des Unternehmens
Die Schwierigkeiten sind nicht auf Deutschland beschränkt. Laut der Fachzeitschrift Food Service plant Brewdog auch in Großbritannien die Schließung von zehn Pubs. Für das Jahr 2025 wurde ein Verlust von umgerechnet 42,3 Millionen Euro verzeichnet. Das Unternehmen kämpft international ums Überleben, da die Kosten die Einnahmen übersteigen.
Mögliche Rettungsversuche
Angeblich laufen bereits Gespräche mit potenziellen Investoren. Die Möglichkeiten einer Rettung sollen mit dem Insolvenzverwalter ausgelotet werden. Eine Anfrage von BILD an die Zentrale in Schottland blieb bislang unbeantwortet.
Die deutsche Craftbeer-Szene verliert mit Brewdog einen bekannten Akteur, der sich in den letzten Jahren mit seinen unkonventionellen Marketingmethoden und experimentellen Biersorten einen Namen gemacht hatte. Die Entwicklung spiegelt den schwierigen Markt für Brauereien wider, die mit sinkendem Bierkonsum und steigenden Kosten zu kämpfen haben.



