Commerzbank weist Unicredit-Übernahmeangebot als unattraktiv zurück
Commerzbank lehnt Unicredit-Angebot ab

Die Commerzbank hat das jüngste Übernahmeangebot der italienischen Unicredit als unattraktiv zurückgewiesen. In einer offiziellen Stellungnahme von Vorstand und Aufsichtsrat heißt es, die Unicredit biete den Aktionären keine angemessene Prämie und habe keinen nachvollziehbaren, belastbaren strategischen Plan für einen Zusammenschluss vorgelegt. Der Plan sei vage und berge „erhebliche Risiken“. Die Unicredit unterschätze Ertragsverluste, überschätze Synergien und rechne mit einer unrealistischen Umsetzungsdauer.

Empfehlung an Aktionäre

Vorstand und Aufsichtsrat raten den Commerzbank-Aktionären eindringlich, das Umtauschangebot nicht anzunehmen. Beide Gremien sind überzeugt, dass die eigenständige Umsetzung der aktuellen Strategie mit erhöhten Gewinnzielen mehr Wert schaffe. Vorstandschefin Bettina Orlopp betonte: „Was die Unicredit als Zusammenschluss bezeichnet, erweist sich als Restrukturierungsvorschlag, der massiv in unser bewährtes und profitables Geschäftsmodell eingreifen würde.“

Unicredit sichert sich weitere Anteile

Unterdessen hat die Unicredit den Kaufpreis für weitere Anteile an der Commerzbank gesichert. Nach Angaben vom Montag verfügen die Italiener über 26,77 Prozent der Commerzbank-Aktien und haben über Finanzinstrumente Zugriff auf weitere 3,22 Prozent. Mit zusammen 29,99 Prozent bleiben sie knapp unter der Schwelle von 30 Prozent, die ein Pflichtangebot auslösen würde. Insgesamt melden sie nun eine Steigerung der Stimmrechte von 32,64 auf 38,87 Prozent, darin enthalten sind Kaufpreis-Sicherungen für 8,88 Prozent der Aktien.

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Details des Angebots

Die Unicredit aus Mailand hatte Anfang Mai ein freiwilliges Angebot für sämtliche Commerzbank-Anteile vorgelegt. Sie bietet für jede Commerzbank-Aktie 0,485 neue Unicredit-Aktien. Auf diese Weise will die Unicredit bis zum 16. Juni weitere Aktien einsammeln, ohne ein Pflichtangebot vorlegen zu müssen, das deutlich teurer wäre. Die Offerte kann bis zum 3. Juli verlängert werden. Der rechnerische Angebotswert weise einen erheblichen Abschlag zum langfristigen Wertschöpfungspotenzial und dem aktuellen Kurs auf, kritisierte die Commerzbank. „Die Commerzbank-Aktie notierte nach der Ankündigung des Angebots zu jedem Schlusskurs oberhalb des Angebotswerts.“

Hintergrund und Ausblick

Die Unicredit ist in Deutschland mit der Hypovereinsbank (HVB) aktiv und erwartet Potenzial für Milliarden-Einsparungen. Die Commerzbank sieht das Vorgehen der Unicredit als feindlich an und erhält Unterstützung vom Bund, der gut zwölf Prozent der Commerzbank-Anteile hält. Die Bank will ihre Aktionäre mit ambitionierten Gewinn- und Renditezielen bis 2030 von einem eigenständigen Kurs überzeugen. Erst kürzlich verkündete die Commerzbank den Abbau von rund 3.000 Stellen. Der Übernahmepoker zwischen den beiden Banken spitzt sich damit weiter zu.

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