Dax-Vorstände kassieren Rekordgehälter: Spitzenverdiener Klein erhält 16,24 Millionen Euro
Dax-Chefs: Gehälter steigen um 12,9 Prozent auf Rekordniveau

Dax-Vorstände erreichen neue Gehaltsrekorde: Durchschnittlich 6,9 Millionen Euro pro Chef

Die Vorstandsvorsitzenden der großen börsennotierten Konzerne in Deutschland haben im vergangenen Jahr deutlich mehr verdient als in den Vorjahren. Nach aktuellen Berechnungen des Handelsblatt Research Institute (HRI) erhielten die Chefs der Dax-Konzerne insgesamt eine Vergütung von 261,3 Millionen Euro. Dies entspricht einem kräftigen Plus von 12,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr und setzt einen klaren Aufwärtstrend fort.

Steiler Anstieg nach Jahren der Stagnation

Die Entwicklung der Vorstandsgehälter zeigt eine markante Beschleunigung: Während 2023 nur ein moderater Anstieg von zwei Prozent verzeichnet wurde und 2024 bereits ein Plus von etwa zehn Prozent erreicht wurde, legten die Bezüge 2025 mit fast 13 Prozent besonders stark zu. Interessanterweise mussten die Topmanager im Jahr 2022 sogar noch Gehaltseinbußen hinnehmen, was den aktuellen Sprung umso bemerkenswerter macht.

Laut dem ausführlichen Bericht des Handelsblatts beruht der deutliche Anstieg primär auf zwei Faktoren: Zum einen spielen Sonderzahlungen wie Abfindungen eine wichtige Rolle, zum anderen orientieren sich die Vergütungspakete zunehmend am jeweiligen Aktienkurs der Unternehmen. Diese Entwicklung führt zu immer höheren Gesamtbeträgen, besonders in erfolgreichen Börsenjahren.

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Kritik an wachsender Ungleichheit

Bereits seit längerer Zeit monieren Kritiker die stetig steigenden Spitzengehälter und das damit verbundene Ungleichgewicht zwischen den Vergütungen der obersten Führungsebene und der normalen Belegschaft. Experten warnen davor, dass sich die Verhältnisse in deutschen Konzernen zunehmend „amerikanisieren“ – ein Begriff, der die Übernahme US-amerikanischer Gehaltspraktiken mit extremen Unterschieden zwischen Management und Mitarbeitern beschreibt.

Die durchschnittliche Vergütung eines Dax-Vorstandsvorsitzenden belief sich 2025 auf rund 6,9 Millionen Euro. Besonders auffällig ist, dass sieben Topmanager mit mehr als zehn Millionen Euro entlohnt wurden – eine Marke, die vor wenigen Jahren noch als absolute Ausnahme galt.

Die Topverdiener im Überblick

Spitzenreiter bleibt SAP-Chef Christian Klein, der im vergangenen Jahr 16,24 Millionen Euro erhielt. Allerdings bedeutet dies im Vergleich zum Vorjahr sogar einen Rückgang, da er 2024 noch etwa 19 Millionen Euro verdiente. Die Rangliste der bestbezahlten Manager wird angeführt von:

  • Christian Sewing (Deutsche Bank): 15,7 Millionen Euro
  • Roland Busch (Siemens): 12,3 Millionen Euro
  • Oliver Bäte (Allianz): 11,6 Millionen Euro
  • Tim Höttges (Deutsche Telekom): 11,6 Millionen Euro

Ein besonderer Aufsteiger des Jahres ist Rheinmetall-Chef Armin Papperger. Dank des aktuellen Rüstungsbooms verdiente er mit über zehn Millionen Euro etwa zweieinhalbmal so viel wie im Vorjahr und katapultierte sich damit auf Platz sechs der bestbezahlten Dax-Vorstände.

Methodik der Studie

Die HRI-Studie basiert – wie in den vergangenen Jahren – auf den offiziellen Vergütungsberichten von 38 der 40 Dax-Konzerne. Nicht berücksichtigt wurden der Flugzeugbauer Airbus und der Diagnostikkonzern Qiagen, da beide Unternehmen ihren aktienrechtlichen Sitz nicht in Deutschland haben und damit nicht in die deutsche Dax-Statistik fallen.

Die aktuellen Zahlen zeigen deutlich, dass sich die Gehaltsentwicklung bei deutschen Topmanagern deutlich von der allgemeinen Lohnentwicklung abgekoppelt hat. Während normale Arbeitnehmer mit moderaten Gehaltssteigerungen rechnen müssen, erreichen die Vorstandsbezüge immer neue Rekordhöhen – eine Entwicklung, die gesellschaftlich und politisch weiterhin kontrovers diskutiert wird.

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