Die Deutsche Post AG wird ihren Konzernnamen ablegen und künftig als DHL AG firmieren. Auf der Hauptversammlung des Bonner Logistikers stimmten die Aktionäre fast einstimmig für die Umbenennung. Damit endet eine Ära: Mehr als drei Jahrzehnte nach Einführung des Firmennamens Deutsche Post wird dieser auf Konzernebene Geschichte sein.
Gründe für die Umbenennung
Konzernchef Tobias Meyer erklärte, dass sich das Unternehmen von der ehemaligen Deutschen Bundespost zu einem weltweit führenden Logistikkonzern entwickelt habe. Die Anpassung der historisch gewachsenen Konzernstruktur an die neuen Gegebenheiten sei überfällig gewesen. Fast 100 Prozent der vertretenen Aktionäre stimmten für den Vorschlag.
Zeitplan und Kosten
Der Namenswechsel soll voraussichtlich zum 1. September vollzogen werden, wenn der Sachverhalt im Handelsregister eingetragen ist. Auch an der Börse wird das Unternehmen dann unter DHL geführt. Die Umbenennung samt neuer Struktur kostet rund 37 Millionen Euro, wie Meyer mitteilte.
Vom Staatsbetrieb zum globalen Player
Der Logistiker erwirtschaftet nur noch etwa ein Fünftel seines Umsatzes mit dem traditionellen Postgeschäft, also dem Transport von Briefen und Paketen. Der Rest entfällt auf globale Bereiche wie Express- und Frachtgeschäft. Bereits vor zwei Jahren hatte das Unternehmen seinen Markennamen von Deutsche Post DHL zu DHL geändert, rechtlich blieb es jedoch bei Deutsche Post AG.
Die Deutsche Post AG ist eine Nachfolgerin der Bundespost, die in den Neunzigerjahren schrittweise privatisiert wurde. 2002 kaufte die Firma den US-Logistiker DHL, wodurch das Auslandsgeschäft immer wichtiger wurde. Das Kürzel DHL steht für die Firmengründer Adrian Dalsey, Larry Hillblom und Robert Lynn. Der Bonner Konzern beschäftigt rund 534.000 Vollzeitkräfte, etwa ein Drittel davon in Deutschland.
Neue Struktur: Deutsche Post wird Tochtergesellschaft
Ganz verschwinden wird der Name Deutsche Post jedoch nicht. Stand er bislang für den Gesamtkonzern, so wird er künftig nur noch für die neu gegründete Tochterfirma Deutsche Post AG verwendet, die das Deutschlandgeschäft mit Briefen und Paketen verantwortet. Diese Tochtergesellschaft bekommt einen eigenen Aufsichtsrat, dessen Kosten samt Extra-Verwaltungskosten auf drei Millionen Euro pro Jahr geschätzt werden.
Bislang war das Stammgeschäft in die übergeordnete Holding eingebettet – ein rechtlich kurioses Konstrukt, das auf die historischen Altlasten als ehemaliges Staatsunternehmen zurückging. Künftig steht das Brief- und Paketgeschäft in der Konzernstruktur nicht mehr übergeordnet über den anderen Bereichen, sondern gleichberechtigt neben ihnen.



