Google Play Store: Umfassende Reform für Zahlungen und Gebühren
Google stellt seinen Play Store grundlegend neu auf. Künftig gelten andere Regeln für Bezahlungen in Apps, für Gebühren und für alternative App-Stores. Diese Veränderungen betreffen sowohl Nutzer als auch Entwickler gleichermaßen. Hintergrund der umfassenden Umstellung sind veränderte regulatorische Vorgaben und ein langjähriger Rechtsstreit, der nun beigelegt wurde.
Neue Freiheiten bei In-App-Käufen
Im Zentrum der Reform stehen neue Freiheiten bei In-App-Käufen. Entwickler dürfen künftig neben dem etablierten Google-Abrechnungssystem auch eigene Bezahllösungen in ihre Apps integrieren. Zudem können sie auf externe Websites verlinken, über die Käufe direkt abgewickelt werden. Mit dieser Öffnung lockert Google seine bisherigen strengen Vorgaben deutlich. Das Ziel ist mehr Flexibilität für Entwickler bei gleichbleibenden hohen Sicherheitsstandards für die Nutzer.
Vergleich mit Apple und neue Programme
Apple hatte vergleichbare Schritte bereits in verschiedenen Regionen umgesetzt. In den Niederlanden erlaubte der Konzern Anfang 2022 Dating-Apps externe Bezahlsysteme und in Südkorea folgte 2022 eine Öffnung für Drittanbieter-Zahlungen. In der Europäischen Union führte Apple im März 2024 alternative Zahlungswege ein. Zusätzlich startet Google das „Registered App Stores“-Programm. Es soll das Sideloading, also die Installation von App-Stores außerhalb des Play Stores, erheblich vereinfachen.
Anbieter müssen definierte Qualitäts- und Sicherheitsstandards erfüllen, um sich registrieren zu können. Für Nutzer wird der Installationsprozess dadurch deutlich benutzerfreundlicher gestaltet. Nicht registrierte Anbieter unterliegen weiterhin dem bisherigen Verfahren. Der Start erfolgt zunächst außerhalb der USA, dort ist eine Einführung von einer gerichtlichen Genehmigung abhängig.
Neue Gebührenstruktur und Zeitplan
Auch bei den Gebühren und Abgaben ändert sich etwas Wesentliches. Google trennt künftig Servicegebühren von Gebühren für das Abrechnungssystem. In der Europäischen Wirtschaftszone, im Vereinigten Königreich und in den USA beträgt die Abrechnungsgebühr fünf Prozent. Die Servicegebühr für In-App-Käufe bei neuen Installationen sinkt auf 20 Prozent.
Für Teilnehmer am „Apps Experience Program“ oder am „Google Play Games Level Up“-Programm reduziert sie sich bei neuen Installationen auf 15 Prozent. Für wiederkehrende Abonnements fallen künftig 10 Prozent an. Bestehende Installationen bleiben bei 20 Prozent. Die Einführung erfolgt gestaffelt: bis 30. Juni in der Europäischen Wirtschaftszone, in UK und in den USA, später im Jahr sind Australien, Südkorea und Japan dran. Der Rest der Welt folgt bis 30. September 2027.
Streit mit Epic Games beigelegt
Im Zuge der Reformen legte Google nach eigenen Angaben auch die weltweiten Streitigkeiten mit Epic Games bei. Auslöser war 2020 die Integration eines eigenen Bezahlsystems in „Fortnite“. Nach der Entfernung aus dem Play Store klagte Epic. Ende 2023 entschied eine Jury in den USA zugunsten von Epic Games. Google kündigte an, gegen das Urteil vorzugehen, doch nun scheint eine Einigung erreicht worden zu sein. Diese Entwicklung unterstreicht die Bedeutung der neuen Regeln für die gesamte App-Entwickler-Community.



