Handwerksinsolvenzen erreichen Höchststand seit 2014 - Kosten und Nachfrage als Haupttreiber
Handwerksinsolvenzen auf Höchststand seit 2014

Handwerksinsolvenzen erreichen Höchststand seit über einem Jahrzehnt

Im Jahr 2025 verzeichnete das deutsche Handwerk die höchste Insolvenzzahl seit 2014. Laut der Wirtschaftsauskunftei Creditreform stieg die Zahl der Pleiten im Vergleich zum Vorjahr um 13,3 Prozent auf insgesamt 4.950 Fälle. Diese Entwicklung markiert einen besorgniserregenden Trend für den Mittelstand.

Kostenexplosion und schwache Nachfrage als Hauptursachen

Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung, betont: „Energie, Material, Löhne – die Kosten laufen davon. Ohne ausreichende Reserven geraten viele Betriebe schnell in existenzielle Schieflage.“ Handwerksbetriebe, die überwiegend klein- und mittelständisch strukturiert sind, verfügen über geringere finanzielle Puffer und sind daher besonders anfällig für Kostensteigerungen.

Die Hauptbelastungsfaktoren sind:

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  • Deutlich gestiegene Energie- und Materialkosten
  • Höhere Lohnforderungen
  • Verhaltene Konsum- und Investitionstätigkeit
  • Schwache Baukonjunktur

Diese Faktoren führen zu Rückgängen bei Umsätzen und Erträgen, was die Insolvenzgefährdung deutlich erhöht. Besonders betroffen ist das Kfz-Gewerbe, wo die Insolvenzzahlen besonders stark angestiegen sind.

Leichte Besserung für 2026 in Sicht

Trotz der aktuellen Herausforderungen zeigt sich das Handwerk vorsichtig optimistisch für das Jahr 2026. Laut Creditreform erwarten 27,0 Prozent der Betriebe ein Umsatzplus, während nur noch 18,4 Prozent mit Umsatzrückgängen rechnen. Besonders das Bau- und Ausbauhandwerk zeigt sich zuversichtlicher.

Diese Entwicklung deutet auf eine mögliche Stabilisierung hin, auch wenn die strukturellen Herausforderungen durch hohe Kosten und volatile Nachfrage weiterhin bestehen bleiben. Die Branche steht vor der Aufgabe, ihre Widerstandsfähigkeit durch bessere finanzielle Planung und Anpassungsstrategien zu stärken.

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