Hermès-Chef Dumas: Epstein war ein finanzielles Raubtier, das mich kontaktierte
Hermès-Chef: Epstein kontaktierte mich als finanzielles Raubtier

Hermès-Chef wehrt sich gegen Kontaktversuche von Jeffrey Epstein

Der Vorstandsvorsitzende des Luxusunternehmens Hermès, Axel Dumas, hat öffentlich gemacht, dass er mehrfach von dem verstorbenen US-Finanzier und Sexualstraftäter Jeffrey Epstein kontaktiert wurde. In einer Pressekonferenz am Donnerstag schilderte Dumas, wie er alle Anfragen Epsteins konsequent abblockte und den Eindruck hatte, ins Visier eines finanziellen Raubtiers geraten zu sein.

Epsteins Annäherung während der LVMH-Krise

Epstein habe sich dem Traditionsunternehmen Hermès genähert, als es sich mitten im Abwehrkampf gegen eine feindliche Übernahme durch den Konkurrenten LVMH befand. „Ich war ein junger CEO, und wir waren mitten in der Affäre mit LVMH“, erklärte der 55-jährige Manager. Bereits zu diesem Zeitpunkt habe Epstein einen abscheulichen Ruf gehabt, der Dumas zur Vorsicht mahnte.

Dokumentierte Kontaktversuche in den Jahren 2013 und 2014

Aus den vom US-Justizministerium veröffentlichten Akten geht hervor, dass Epstein in den Jahren 2013 und 2014 intensiv versuchte, Treffen mit Axel Dumas zu arrangieren. Er schrieb wiederholt E-Mails an die Assistentin des Hermès-Chefs, Elodie Brisebarre, die alle Einladungen für November 2013 und Januar 2014 ablehnte. Als Begründung wurden anderweitige Verpflichtungen und ein sehr enger Terminkalender angeführt.

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Die E-Mail-Korrespondenz zeigt zudem, dass Epstein im Januar 2014 ein Treffen zwischen Dumas und Ariane de Rothschild, der Chefin der Privatbank Edmond de Rothschild, organisieren wollte. Darüber hinaus bat Epstein das Luxusunternehmen, die Innenausstattung seines Privatjets zu gestalten, was Hermès ebenfalls ablehnte. Eine besonders auffällige E-Mail Epsteins an eine geschwärzte Adresse enthielt die knappe Anweisung: „Spüre Axel Dumas in der Hermès-Zentrale Paris auf.“

Einziges Zusammentreffen im Jahr 2013

Axel Dumas zufolge traf er Jeffrey Epstein nur ein einziges Mal, und zwar im März 2013 bei einer Veranstaltung in einem Hermès-Atelier. Epstein habe nicht auf der offiziellen Gästeliste gestanden, sich aber kurzerhand einer Gruppe um den Filmregisseur Woody Allen angeschlossen. „Danach hat er dreimal versucht, sich mit mir zu treffen, und ich habe jedes Mal abgelehnt“, betonte Dumas. Er räumte ein, sich nach 13 Jahren nicht mehr an alle Details erinnern zu können, doch Epsteins schlechter Ruf sei ihm bereits damals bekannt gewesen.

Hintergrund zu Jeffrey Epsteins krimineller Vergangenheit

Jeffrey Epstein hatte sich im Jahr 2008 der Prostitution, einschließlich der Anwerbung eines minderjährigen Mädchens, schuldig bekannt. Im Jahr 2019 wurde er erneut festgenommen, diesmal unter dem Verdacht des Sexhandels mit Minderjährigen. Sein Tod in einer Gefängniszelle in Manhattan im selben Jahr wurde von den Behörden als Suizid eingestuft. Die Kontaktversuche bei Hermès fallen somit in eine Phase, in der Epstein bereits als verurteilter Sexualstraftäter galt und weiterhin unter Verdacht stand.

Die Offenlegung dieser Vorfälle durch Axel Dumas unterstreicht, wie weitreichend Epsteins Netzwerk war und wie gezielt er versuchte, Einfluss in der Welt der Luxusgüter und Finanzen zu gewinnen. Hermès blieb jedoch standhaft und wies alle Annäherungsversuche zurück, was die Integrität des Unternehmens in einer schwierigen Phase demonstriert.

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