Die Verhandlungen zwischen Konrad Laimer und dem FC Bayern München über eine Vertragsverlängerung stocken. Nun hat sich Ehrenpräsident Uli Hoeneß eingeschaltet und ein Machtwort gesprochen. Er verteidigte das Angebot des Rekordmeisters und ließ zugleich durchblicken, dass man mit einem Star von Paris Saint-Germain liebäugelt.
Laimers Vielseitigkeit – Fluch und Segen zugleich
Konrad Laimer ist ein Dauerläufer. Kaum ein anderer Profi im Kader von Trainer Vincent Kompany hat so viele Kilometer auf dem Tacho wie der Österreicher. Ob als Rechtsverteidiger oder, wie in dieser Saison am häufigsten, als Linksverteidiger – Laimer liefert konstant ab. Er kam 2023 ablösefrei von RB Leipzig und war ursprünglich als Sechser im Mittelfeld eingeplant. Seine Flexibilität ist sein größter Trumpf, aber auch sein Makel. Wer allzu flexibel ist, gilt schnell als ersetzbar. Spezialisten auf Weltklasse-Niveau wie Harry Kane, Manuel Neuer oder Joshua Kimmich sind dagegen rar. Auf den Außenverteidigerpositionen haben die Bayern neben Laimer noch Josip Stanisic (rechts) und Alphonso Davies (links). Raphaël Guerreiro, der ebenfalls auf beiden Seiten aushalf, verlässt den Verein nach Saisonende – sein Vertrag läuft aus.
Laimer fordert mehr Gehalt – Gespräche stocken
Angesichts des Erfolgs der Mannschaft in dieser Saison und zahlreicher Vertragsverlängerungen von Mitspielern wie Davies, Musiala, Kimmich, Gnabry und Upamecano möchte auch Laimer eine Wertschätzung in Form eines höheren Gehalts. Sein aktueller Vertrag läuft noch bis 2027. Sportvorstand Max Eberl sagte am Samstag zu den stockenden Gesprächen: „Da kommt man momentan nicht übereinander, aber das ist auch nicht schlimm. Es gibt zwei Standpunkte und da muss man schauen, ob man die Brücke irgendwann irgendwie findet.“ Sportlich wäre ein Abgang des 28-Jährigen ein Verlust, finanziell jedoch nicht. „Er ist ablösefrei gekommen, da würden wir nicht viel verlieren“, erklärte Eberl.
Hoeneß lobt Laimer, setzt aber Grenzen
Eberl erhält nun Rückendeckung von Uli Hoeneß. „Konny ist ein Spieler, den ich sehr schätze. Er ist für die Mannschaft extrem wichtig, genauso für die Außendarstellung des Vereins. Er arbeitet unheimlich viel für das Team“, sagte der Ehrenpräsident bei DAZN. Doch dann folgte das Machtwort: „Aber er ist eben nicht Maradona. Und solche Spieler müssen akzeptieren, dass es Grenzen gibt.“ Über Laimers aktuelles Gehalt sagte Hoeneß: „Was er verdient, können nur sehr wenige Vereine in Europa überhaupt anbieten.“ Das erste Angebot im Poker war der Laimer-Seite offenbar nicht hoch genug. Hoeneß weiter: „Das hat nichts mit unserer grundsätzlichen Politik zu tun, sondern ist eine realistische Einschätzung seiner sportlichen und wirtschaftlichen Wertigkeit.“ Diese sei „hoch“, aber eben nicht im Bereich von Harry Kane. Damit ist der Ton gesetzt.
Hoeneß liebäugelt mit Hakimi von PSG
Zumal Hoeneß, weiterhin Mitglied des Aufsichtsrates, mit einem anderen Außenverteidiger liebäugelt: Achraf Hakimi. Der 27-jährige Marokkaner, seit 2021 bei Paris und noch bis 2029 unter Vertrag, gilt als einer der besten Rechtsverteidiger der Welt. Auf die Frage im DAZN-Interview, welchen PSG-Profi er gerne beim FC Bayern sehen würde, antwortete Hoeneß: „Hakimi. Den würde ich nehmen, weil er bei uns gut reinpassen würde.“ Warum – abgesehen von der Qualität – führte er nicht näher aus. Womöglich ist der Name intern bereits gefallen. Wenn nicht, hat Eberl nun einen direkten Auftrag: Erst einmal die Wechselwilligkeit und Gehaltsvorstellungen abklopfen. Sollte Laimer bereits diesen Sommer gehen, würde man neben der Einsparung seines Gehalts auch eine Ablösesumme erzielen. Mit Hakimi rechts und Davies links (Stanisic als Backup für beide Positionen und die Innenverteidigung) wäre Bayern bestens aufgestellt.
Fazit: Klare Kante von Hoeneß
Uli Hoeneß hat mit seinem Machtwort die Verhandlungslinie vorgegeben: Kein Finanz-Harakiri für Laimer. Der Österreicher muss akzeptieren, dass er nicht zu den absoluten Topverdienern gehört. Gleichzeitig lotst der Ehrenpräsident den Verein in Richtung Hakimi – ein klares Signal für die Kaderplanung.



