Der Darmstädter Pharma- und Technologiekonzern Merck bekommt einen neuen Vorstandsvorsitzenden. Kai Beckmann tritt an diesem Freitag offiziell die Nachfolge von Belén Garijo an, die zu Sanofi gewechselt ist. Der 60-jährige Diplom-Informatiker und promovierte Wirtschaftswissenschaftler arbeitet seit 1989 für das Unternehmen und war zuletzt stellvertretender Chef sowie Leiter der Elektroniksparte.
Lange Karriere bei Merck
Für Beckmann ist die Ernennung zum Chef die Krönung einer mehr als 35-jährigen Karriere bei dem Familienunternehmen, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1668 reichen. Seit 2011 gehört er der Geschäftsleitung an. In seiner bisherigen Rolle als Chef der Elektroniksparte baute er das Geschäft mit der Halbleiterindustrie aus. Zudem verantwortete er als Chief Administration Officer das Personalwesen, die IT und den Hauptsitz von Merck.
Pläne für die Zukunft
Zu seinen konkreten Plänen hielt sich Beckmann zunächst bedeckt. Er kündigte jedoch an, das breite Portfolio von Merck – das von Arzneimitteln über Laborbedarf bis zu Flüssigkristallen für Smartphone-Displays und Materialien für die Chipindustrie reicht – „voll auszuschöpfen“. Der Konzern hatte nach einer Sonderkonjunktur in der Corona-Pandemie schwierige Jahre erlebt und soll nun wieder stärker auf Wachstum getrimmt werden.
Bilanz von Belén Garijo
Belén Garijo (65) hatte Merck seit Mai 2021 geführt und war damit die erste alleinige Chefin eines Dax-Unternehmens. Unter ihrer Leitung stemmte Merck mit gut 62.000 Beschäftigten die Milliardenübernahme des US-Krebsspezialisten SpringWorks Therapeutics. Das selbst gesteckte Umsatzziel von 25 Milliarden Euro bis 2025 wurde jedoch verfehlt: Im vergangenen Jahr erzielte Merck einen Erlös von rund 21 Milliarden Euro. Der Aktienkurs schwächelt seit längerem.
Merck-Aufsichtsratschef Michael Kleinemeier würdigte Garijos Arbeit: Sie habe Merck in Zeiten hoher globaler Unsicherheiten gestärkt. Zugleich zeigte er sich überzeugt, dass Beckmann mit seiner tiefen Kenntnis des Unternehmens und seiner klaren Vision Merck in die nächste Wachstumsphase führen werde.



