Lufthansa nimmt Flugbetrieb nach Streikwoche wieder auf
Nach einer ganzen Woche mit umfangreichen Streiks des fliegenden Personals hat die Lufthansa ihren Flugbetrieb wieder vollständig aufgenommen. Eine Sprecherin bestätigte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass alle Flugzeuge der Airline nun wie vorgesehen abheben. „Es ist wie geplant wieder angelaufen“, lautete die offizielle Stellungnahme. In der vergangenen Woche waren durch die Arbeitsniederlegungen Hunderte Flüge ausgefallen, was zu erheblichen Beeinträchtigungen für Passagiere führte.
Gemeinsamer Streik legte Airlines lahm
Die Kabinengewerkschaft Ufo und die Piloten hatten gemeinsam den Betrieb bei mehreren Lufthansa-Gesellschaften für fünf Tage zum Erliegen gebracht. Betroffen waren neben der Hauptlinie Lufthansa auch die Frachttochter Lufthansa Cargo sowie die Regionalfluggesellschaft Cityline. Selbst der Ferienflieger Eurowings wurde an zwei Tagen von den Streikmaßnahmen erfasst. Als Reaktion auf die anhaltenden Arbeitskämpfe entschied der Konzern am Donnerstag, den Flugbetrieb bei der Cityline sofort einzustellen.
Diese drastische Maßnahme wurde mit den hohen Kerosinkosten bei der veralteten Flotte des Regionalfliegers begründet. Insgesamt wurden 24 Passagiermaschinen und drei Frachtflugzeuge der Cityline außer Betrieb gestellt. Diese Gesellschaft hatte bisher unter Lufthansa-Flugnummern Zubringerflüge zu den wichtigen Drehkreuzen in Frankfurt und München durchgeführt.
Kritik der Pilotengewerkschaft an Stilllegung
Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) reagierte mit scharfer Kritik auf die Entscheidung zur Stilllegung der Cityline. VC-Präsident Andreas Pinheiro bezeichnete den Schritt als widersprüchlich und für die betroffenen Beschäftigten als zutiefst verunsichernd. „Es sei ein Spiel mit der Existenzangst der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, erklärte er. Die Gewerkschaft wirft dem Management vor, einerseits eine große Krise als Begründung für Kapazitätsreduzierungen anzuführen, während gleichzeitig geprüft werde, ob andere Konzerngesellschaften wie die Lufthansa Klassik diese Strecken übernehmen könnten – obwohl diese nach Management-Aussagen noch unprofitabler seien.
Keine weiteren Streiks geplant – Schlichtungsgespräche anberaumt
Die Vereinigung Cockpit plant nach eigenen Angaben kurzfristig keine weiteren Arbeitskampfmaßnahmen. Dies teilte die Gewerkschaft in einem internen Rundschreiben mit. Zunächst müsse der Vorstand gemeinsam mit der Tarifkommission die aktuelle Situation bewerten. Für Montag sind bereits Sondierungsgespräche mit dem Unternehmen zu einer möglichen Schlichtung geplant. Ein erster Versuch, eine Schlichtung einzuleiten, war zuvor gescheitert, da sich beide Seiten nicht auf ein einheitliches Themenfeld einigen konnten.
Die Beendigung der Streiks bedeutet für die Lufthansa eine wichtige Rückkehr zur Normalität im Flugbetrieb, während die Zukunft der Cityline und ihrer Beschäftigten weiterhin ungewiss bleibt. Die Stilllegung der Regionalfluggesellschaft wirft Fragen zur langfristigen Strategie des Konzerns im wettbewerbsintensiven Luftverkehrsmarkt auf.



