Lufthansa erzielt Rekordumsatz trotz geopolitischer Herausforderungen
Lufthansa: Rekordumsatz, aber Nahost-Krise belastet

Lufthansa feiert Rekordumsatz, blickt aber sorgenvoll auf Nahost

Die Lufthansa hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen historischen Meilenstein erreicht: Mit einem Umsatz von 39,6 Milliarden Euro erzielte der Luftfahrtkonzern ein Plus von fünf Prozent und damit einen neuen Rekord. Parallel dazu kündigte das Unternehmen eine erhöhte Dividende für seine Aktionäre an. Allerdings trüben die anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten die Aussichten für das laufende Jahr.

Solide operative Leistung trotz Herausforderungen

Das bereinigte Betriebsergebnis der Lufthansa-Gruppe stieg um beachtliche 19 Prozent auf 1,96 Milliarden Euro. Die Rendite verbesserte sich um einen halben Prozentpunkt auf 4,9 Prozent. „Unser Ergebnis unterstreicht die Resilienz und Stabilität unserer gesamten Gruppe“, betonte Vorstandsvorsitzender Carsten Spohr. Die Aktien des Unternehmens reagierten positiv und notierten vorbörslich mit einem Plus von über drei Prozent.

Dennoch verdeutlichte Spohr die anhaltende Verwundbarkeit der Luftfahrtbranche. Der Konflikt im Iran, der den Flugverkehr auf der Arabischen Halbinsel massiv beeinträchtigt und Hunderttausende europäische Reisende strandete, sei ein deutliches Warnsignal. „Die massive Bündelung globaler Verkehrsströme über die Golf-Drehkreuze erweist sich zunehmend als geopolitische Achillesferse“, warnte der langjährige Konzernchef, der bereits mehrere Krisen gemeistert hat.

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Wettbewerbsdruck und Kostenentwicklung

In den vergangenen Jahren verlor die Lufthansa insbesondere bei Asien-Flügen Marktanteile an die subventionierten Golf-Carrier Emirates, Etihad und Qatar Airways. Spohr kritisierte wiederholt den unfairen Wettbewerb durch diese staatlich gestützten Rivalen.

Positiv entwickelten sich hingegen die operativen Abläufe:

  • Weniger Flugausfälle und Verspätungen senkten die Kosten für Passagierentschädigungen um 40 Prozent auf rund 480 Millionen Euro.
  • Geringere Treibstoffkosten verbesserten die Ertragslage um eine halbe Milliarde Euro.
  • Die hohen Streikkosten des Vorjahres blieben aus.

Allerdings belasteten eine schwächere Nachfrage und sinkende Preise auf den profitablen Transatlantikstrecken im dritten Quartal das Geschäft. Die Ticketpreise standen insgesamt unter Druck. Aktuelle Buchungszahlen zeigen, dass USA-Reisen aus Deutschland aktuell 30 Prozent unter dem Vorjahresniveau liegen – politische Unsicherheiten und verschärfte Einreisekontrollen wirken abschreckend.

Gewinnrückgang und Dividendenankündigung

Unterm Strich fiel der Konzerngewinn mit 1,34 Milliarden Euro um drei Prozent niedriger aus als im Vorjahr. Die Lufthansa führte dies auf Steuereffekte zurück. Dennoch plant das Unternehmen, die Dividende für das abgelaufene Jahr leicht auf 33 Cent je Aktie anzuheben.

Die Kernmarke Lufthansa Airlines verbesserte sich nach einem Verlust im Vorjahr und erzielte eine Rendite von knapp einem Prozent. Treiber dieser Entwicklung waren:

  1. Die Erneuerung der Flotte und Modernisierung der Innenausstattung durch das Allegris-Programm mit komfortableren Sitzen.
  2. Zusatzleistungen wie Sitzplatzreservierungen und Extra-Service, die die Erlöse steigerten.

Seit Ende 2024 läuft ein umfassendes Sanierungsprogramm, das das Ergebnis bis 2028 um 2,5 Milliarden Euro brutto verbessern soll. „Das Turnaround-Programm von Lufthansa Airlines hat weiterhin höchste Priorität“, bekräftigte Spohr. Ziel ist es, die Stückkostensteigerung des Konzerns, zu dem auch Swiss, Brussels Airlines, Austrian Airlines und Eurowings gehören, in diesem Jahr auf ein Prozent zu drücken.

Unsicherer Ausblick durch Nahost-Krise

Der vor einer Woche eskalierte Krieg zwischen den USA, Israel und Iran könnte die optimistische Prognose der Lufthansa-Gruppe für 2026 gefährden. Zwar erwartet der Konzern ein Ergebnis deutlich über dem Vorjahresniveau, doch die Unsicherheiten durch die Nahost-Krise werden ausdrücklich hervorgehoben.

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Der Konflikt führt zu Flugausfällen und steigenden Treibstoffkosten. Allerdings hat sich die Lufthansa mit Termingeschäften für 80 Prozent ihres Bedarfs 2026 gegen Preisanstiege abgesichert. Paradoxerweise könnte die Airline sogar von den Flugbeschränkungen für die Golf-Carrier profitieren, da Reisende nach Asien und Afrika vermehrt auf die Lufthansa-Gruppe ausweichen könnten.

Für 2026, dem 100. Gründungsjahr des Unternehmens, soll Lufthansa Airlines nach operativen Verbesserungen auch wirtschaftlich weiter vorankommen. Doch die geopolitischen Risiken bleiben eine konstante Herausforderung für die gesamte Luftfahrtbranche.