Senfmanufaktur in Perleberg schließt Ladengeschäft – Neustart mit Schaumanufaktur geplant
Seit einigen Wochen ist die Senfmanufaktur auf dem Großen Markt in Perleberg geschlossen. Der Verkauf des traditionellen Perleberger Senfs und das dazugehörige Schaulabor sollen jedoch in veränderter Form weitergeführt werden, wie Jan Lange, Geschäftsführer der Betreiberfirma Genesis GmbH, gegenüber unserer Redaktion erklärte.
Touristischer Zuspruch blieb hinter Erwartungen zurück
Die Manufaktur sollte ursprünglich als touristische Attraktion fungieren, doch der erhoffte Zulauf auf dem Großen Markt blieb aus. „Perleberg hat nicht die touristische Kaufkraft, die man erwarten würde“, so Lange. Dennoch betonte er die Bedeutung der Regionalität: „Wir erleben, dass es gerade bei Touristen aus Berlin oder Hamburg eine hohe Nachfrage nach regionalen Produkten gibt.“
Umzug und Erweiterung in der Wittenberger Straße
Derzeit wird das ursprüngliche Stammhaus der Senfmanufaktur in der Wittenberger Straße in Perleberg umgebaut. „Perspektivisch soll sie dort wieder hinziehen“, erklärte Lange. Nach Abschluss der Restaurierungsarbeiten ist dort eine neue Schaumanufaktur mit Verkaufsmöglichkeit geplant.
In der Übergangsphase wird das Senflabor als Schaumanufaktur in der Alten Ölmühle in Wittenberge installiert, wo gerade ein Hofladen eröffnet wird. Besucher können dort weiterhin live miterleben, wie der Senf produziert wird, ihn verkosten und erwerben.
Expansion der Senfvielfalt trotz Ladenschließung
Der traditionelle Perleberger Senf bleibt trotz der Schließung des Ladengeschäfts erhalten. „Als wir den Laden vor sechs Jahren übernommen haben, gab es zwei Sorten – mittelscharf und extra scharf. Mittlerweile haben wir neun Sorten Perleberger Senf“, so Lange. Die Produktpalette expandiert somit kontinuierlich.
Die Geschichte des Perleberger Senfs reicht bis ins Jahr 1896 zurück, als eine Schuhcremefirma freie Kapazitäten für die Senfproduktion nutzte. Nach Produktionsverlagerungen in den Jahren 2001 bis 2020 holte Familie Lange das Produkt zurück in die Prignitzer Kreisstadt, wo es nach alten Rezepten hergestellt wird. Der Laden auf dem Großen Markt startete 2022.
Zukunft der leerstehenden Ladenfläche ungewiss
Was mit der nun leerstehenden Ladenfläche auf dem Großen Markt geschieht, ist noch offen. Renè Hill, Pressesprecher der Stadt Perleberg, äußerte: „Wir als Stadt sind natürlich interessiert, dass da wieder etwas hereinkommt – dass es wieder einen Betrieb für die Perleberger und ihre Gäste geben wird.“
Das Gebäude gehört der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GWG. Deren Geschäftsführer Ronald Otto bestätigte, dass „in hoffnungsvollen Gesprächen“ sei, ein neuer Mietvertrag jedoch noch nicht unterschrieben wurde. „Es geht in Richtung Gastronomie“, so Otto. Klarheit wird in den kommenden Wochen erwartet.



