Spontaner Flottentausch in Schwerin: Neue Ersatzbusse sorgen für Ärger bei der Deutschen Bahn
Spontaner Flottentausch in Schwerin: Neue Ersatzbusse

Spontaner Flottentausch in Schwerin: Neue Ersatzbusse sorgen für Ärger bei der Deutschen Bahn

Am Schweriner Hauptbahnhof fuhren am Sonntagmorgen unerwartet Reisebusse vor, die die farblich markanten Fahrzeuge des Unternehmens Ecovista ersetzten. Hintergrund ist ein überraschend angekündigter Wechsel der gesamten Ersatzbus-Flotte, den Ecovista erst am Samstag verkündet hatte und bereits am folgenden Tag umsetzte.

Zwei verschiedene Unternehmen stellen die neuen Busse

Die beiden Busse, die am Sonntagmorgen am Schweriner Hauptbahnhof im Einsatz waren, stammten von zwei verschiedenen Verkehrsunternehmen. Eines kam aus Peine in Niedersachsen, das andere aus dem unterfränkischen Landkreis Main-Spessart. Abgesehen von Ersatzverkehr-Schildern hinter der Frontscheibe wiesen die Fahrzeuge keinerlei besondere Kennzeichnungen auf.

Bereits seit Beginn der Bauarbeiten im August 2025 auf der Strecke zwischen Schwerin und Hamburg hatten sich viele Pendler den Einsatz von Reisebussen gewünscht. Dieser Wunsch verstärkte sich noch, nachdem Mitte August ein Gelenkbus verunglückt war und in der Folge weitere Vorfälle gemeldet wurden.

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Deutsche Bahn übt scharfe Kritik am Flottenwechsel

Die Deutsche Bahn hat den nun vollzogenen Flottentausch von Ecovista scharf kritisiert. Laut Bahnangaben plant Ecovista den Einsatz von Fahrzeugen, die nicht den vertraglichen Vereinbarungen mit der DB InfraGO und den zuständigen Eisenbahnverkehrsunternehmen entsprechen. Konkret werden klare Verstöße gegen abgestimmte Qualitätskriterien bemängelt, die das Fahrzeugdesign, die Ausstattung der Busse und die Reisenden-Information betreffen.

Ecovista begründet den Wechsel mit einer Änderung beim Fahrzeugleasing. Das Unternehmen betreibt den Schienenersatzverkehr mit rund 200 Bussen und 500 Fahrern und hat damit eine zentrale Rolle im Ersatzverkehr übernommen.

Gemeinsame Fahrt mit dem Verkehrsminister nur einen Monat zuvor

Bereits Mitte Januar war Ecovista-Geschäftsführer Michael Bader nach Schwerin gereist, um sich zusammen mit Landesverkehrsminister Dr. Wolfgang Blank und dem Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn für Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, Alexander Kaczmarek, bei einer gemeinsamen Fahrt ein Bild vom Ersatzverkehr zu machen.

Der ranghohe Bahn-Manager hatte damals noch versichert, dass die Bauarbeiten weitgehend abgeschlossen seien und ab dem 30. April nach Abschluss der Generalsanierung wieder Züge nach Fahrplan rollen würden. Nur einen Monat später wurde die Wiederaufnahme des Zugverkehrs jedoch witterungsbedingt auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Bahn plant nun, am 13. März einen konkreten Zeitplan vorzustellen.

Die spontane Entscheidung von Ecovista, die Flotte auszutauschen, hat somit nicht nur für Verärgerung bei der Deutschen Bahn gesorgt, sondern wirft auch Fragen zur Koordination und Kommunikation zwischen den beteiligten Parteien auf. Pendler und Reisende müssen sich vorerst auf die neuen, unbekannten Busse einstellen, während die Zukunft des Schienenersatzverkehrs weiterhin ungewiss bleibt.

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