TKMS steigert Prognose: Auftragsbestand über 20 Milliarden Euro erreicht
TKMS: Auftragsbestand über 20 Milliarden Euro

TKMS hebt Prognose an: Auftragsbestand übersteigt 20 Milliarden Euro

Der größte deutsche Marineschiffbauer ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) hat seine Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr deutlich nach oben korrigiert. Statt der bisher avisierten minus ein bis plus zwei Prozent erwartet das Unternehmen nun ein Wachstum von zwei bis fünf Prozent im Geschäftsjahr 2025/26, das bis Ende September läuft.

Finanzielle Ziele und Quartalsergebnisse

Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll weiterhin zwischen 100 und 150 Millionen Euro liegen, wobei die entsprechende Marge über sechs Prozent erwartet wird. TKMS hält zudem an den Investitionsplänen von rund 200 Millionen Euro fest.

Im ersten Geschäftsquartal bis Ende Dezember ging der Umsatz leicht um ein Prozent auf 545 Millionen Euro zurück. Das bereinigte Ebit stagnierte bei 26 Millionen Euro, während die Marge von 4,7 auf 4,8 Prozent stieg. Der Nettogewinn sank jedoch um 85 Prozent auf 4 Millionen Euro, was maßgeblich auf höhere Steuern und ein niedrigeres Finanzergebnis zurückzuführen ist.

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Rekord-Auftragsbestand durch U-Boot-Geschäft

Der Auftragseingang brach im Vergleich zum Vorjahresquartal um 83 Prozent auf 904 Millionen Euro ein, was auf außergewöhnliche Rekordaufträge im Vorjahr zurückzuführen ist. Dennoch sitzt TKMS nun auf einem historisch hohen Orderbestand von rund 18,7 Milliarden Euro.

Nicht in dieser Summe enthalten ist der jüngste Auftrag von Norwegen über zwei weitere U-Boote der Klasse 212CD, der erst nach dem Stichtag unterzeichnet wurde. Damit erhöht sich der Auftragsbestand auf mehr als 20 Milliarden Euro, wie TKMS-Vorstandsvorsitzender Oliver Burkhard bestätigte.

Weitere Auftragschancen und internationale Projekte

Burkhard äußerte sich optimistisch über weitere Aufträge, insbesondere aus Kanada, wo bis zu zwölf U-Boote ausgeschrieben sind. Allerdings steht TKMS dort in einem „recht scharfen Wettbewerb“ mit einem südkoreanischen Mitbewerber. Eine Entscheidung wird noch im laufenden Geschäftsjahr erwartet.

„Angesichts aktueller geopolitischer Entwicklungen haben unsere Kunden weiterhin einen hohen Bedarf an fortschrittlichen, maritimen Fähigkeiten“, betonte Burkhard. Zudem wurde vergangene Woche ein Vorvertrag mit dem Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr für das Projekt Meko A-200 DEU unterzeichnet.

Diese Vereinbarung soll die Ablieferung einer ersten Fregatte bis Ende 2029 ermöglichen und umfasst Beschaffungen und Arbeiten im Umfang von bis zu 50 Millionen Euro bis Ende März. Ein offizieller Bauvertrag steht noch aus, wobei Burkhard einen Kaufpreis zwischen 500 Millionen und 1 Milliarde Euro pro Schiff nannte.

Expansion der Tochterwerft in Wismar

Der Ausbau der Tochterwerft in Wismar schreitet voran, wo U-Boote für Kunden wie Singapur und Überwasserschiffe gefertigt werden sollen. Anfang Januar haben mehr als 140 neue Mitarbeitende ihre Arbeit aufgenommen, wodurch die Belegschaft auf 400 Beschäftigte angewachsen ist.

Burkhard berichtete von bis zu 30 Bewerbungen auf einige Stellen. Bei Vollauslastung sollen perspektivisch bis zu 1.500 neue Arbeitsplätze entstehen, was die wachsende Bedeutung des Standorts unterstreicht.

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