Rüstungszulieferer Vincorion startet Börsengang nach deutlichem Aufschwung
Der Rüstungszulieferer Vincorion steht kurz vor einem bedeutenden Schritt an die Frankfurter Börse. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Wedel bei Hamburg gab bekannt, dass die Aktien erstmals am kommenden Freitag, dem 20. März, gehandelt werden. Der Ausgabepreis wurde auf 17 Euro pro Aktie festgelegt, was zu einer anfänglichen Bewertung des Unternehmens von 850 Millionen Euro führt.
Von der Jenoptik-Tochter zum Börsenstar
Bis zum Jahr 2022 war Vincorion eine Tochtergesellschaft des Thüringer Technologiekonzerns Jenoptik und führte ein eher bescheidenes Nischendasein. Dann übernahmen britische Investoren von Star Capital das Unternehmen – ein Zeitpunkt, der sich als äußerst günstig erwies. In den folgenden Jahren stieg die Nachfrage nach Rüstungsgütern aufgrund des Ukraine-Krieges stark an, was Vincorion einen deutlichen Aufschwung bescherte.
Die Investoren von Star Capital bleiben zunächst Hauptaktionär, während andere Investoren bereits zugesichert haben, sich große Anteile an dem Aktienpaket zu sichern und damit zu Ankeraktionären zu werden. Für die britischen Investoren dürfte sich diese Investition als äußerst lukrativ erweisen.
Solide Geschäftszahlen und starke Auftragslage
Vincorion beschäftigt rund 900 Mitarbeiter an seinen Standorten in Wedel bei Hamburg, im bayerischen Altenstadt und in Essen in Nordrhein-Westfalen. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 240 Millionen Euro. Zum Gewinn wurden keine detaillierten Angaben gemacht, doch der Gesamtauftragsbestand lag zum Jahreswechsel bei beeindruckenden 1,1 Milliarden Euro.
Technologische Expertise und bedeutende Kunden
Das Unternehmen spezialisiert sich auf die Entwicklung und Herstellung von Mechatronik, Generatoren und anderen Energielösungen. Zu den prominenten Kunden zählen Panzerbauer wie Rheinmetall und KNDS sowie weitere große Konzerne der Verteidigungsindustrie. Die Komponenten von Vincorion sind in zahlreichen bedeutenden Systemen verbaut, darunter den Flugabwehrsystemen Patriot und Iris-T sowie im Kampfpanzer Leopard.
Firmenchef Kajetan von Mentzingen betont die Bedeutung des Börsengangs für die Zukunft des Unternehmens: „Dieser Schritt ermöglicht es uns, weiterhin zuverlässige Energie- und Mechatroniklösungen für führende Verteidigungsplattformen sowie innovative Luftfahrtsysteme zu entwickeln und herzustellen.“
Der Name Vincorion setzt sich aus dem lateinischen Wort „vincere“ (siegen) und dem Sternbild Orion zusammen und symbolisiert damit die ambitionierten Ziele des Unternehmens. Mit dem Börsengang beginnt ein neues Kapitel für den einstigen Jenoptik-Ableger, der sich zu einem bedeutenden Player in der Rüstungszulieferindustrie entwickelt hat.



