Volksbank Brawo: Chef muss gehen, Sicherungsfonds wird angerufen
Volksbank Brawo: Chef muss gehen

Die Volksbank Braunschweig-Wolfsburg (Brawo), die zweitgrößte Genossenschaftsbank Niedersachsens, trennt sich mit sofortiger Wirkung von ihrem Vorstandsvorsitzenden Jürgen Brinkmann. Der Aufsichtsrat habe Brinkmann aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über die zukünftige Ausrichtung der Unternehmensgruppe freigestellt, teilte das Kreditinstitut mit.

Interimslösung und Sicherungsfonds

Die Leitung übernimmt vorübergehend Lars Berkefeld, der bisher schon für die Ressorts Marktfolge, Steuerung, Compliance und Nachhaltigkeit zuständig war. Zugleich kündigte die Bank an, die Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) anrufen zu wollen – allerdings nur vorsorglich, wie betont wurde. Der Vorstand werde dem Aufsichtsrat vorschlagen, dort vorsorglich einen Antrag auf Deckungsmaßnahmen zu stellen.

Finanzielle Lage und Risiken

Interimschef Berkefeld erklärte, die Volksbank Brawo erfülle die erforderlichen harten Kapitalanforderungen sowie Liquiditätsanforderungen. „Der Vorstand hält den Antrag jedoch für hilfreich, um die Neuausrichtung der Brawo Group zu erleichtern“, so Berkefeld. Mit der Sicherungseinrichtung arbeite der noch zweiköpfige Vorstand aufs Engste zusammen. „Es besteht grundsätzliche Einigkeit mit der Sicherungseinrichtung über die erforderlichen Maßnahmen. Auf unsere Mitglieder, Kunden und Mitarbeitenden der Volksbank Brawo hat dies keine Auswirkungen.“

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Hintergrund der Maßnahmen sind Risiken, die aus Wertberichtigungen resultieren. Es sei nicht ausgeschlossen, dass die Volksbank diese aus eigener Kraft abbauen könne. „Als Vorstand haben wir uns in enger Abstimmung mit dem Aufsichtsrat und der Sicherungseinrichtung des BVR aber dazu entschieden, entschlossen zu handeln. Wir werden darüber hinaus die bisherige Geschäftsstrategie der Brawo Group einer kritischen Prüfung unterziehen“, sagte Berkefeld.

Hintergrund zur Volksbank Brawo

Die Volksbank Brawo ist laut BVR die nach Bilanzsumme zweitgrößte Genossenschaftsbank in Niedersachsen – nach der Hannoverschen Volksbank. Sie entstand 2005 aus der Fusion der Volksbanken Braunschweig und Wolfsburg. Hinter der Volksbank Brawo stehen rund 54.000 Genossenschaftsmitglieder. Die Brawo Group beschäftigt nach eigenen Angaben 3.400 Mitarbeiter an knapp 200 Standorten und ist an mehr als 400 Firmen beteiligt.

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