Wirtschaftsinitiative Westprignitz wird zur Initiative Prignitz
WIW wird zur Wirtschaftsinitiative Prignitz

Die Wirtschaftsinitiative Westprignitz (WIW) erweitert ihren Wirkungsbereich und wird künftig als Wirtschaftsinitiative Prignitz firmieren. Der Verein, der bislang den westlichen Teil des Landkreises Prignitz vertrat, möchte nach der Sommerpause unter neuem Namen Unternehmer aus dem gesamten Landkreis ansprechen. Dies gab der Vorsitzende Lutz Lange, selbst Unternehmer aus Wittenberge, im Gespräch mit unserer Redaktion bekannt.

Wachstumskern löst sich auf

Hintergrund der Erweiterung ist die Auflösung des Vereins „Wachstumskern Autobahndreieck Wittstock/Dosse e.V.“ (WADWD) nach über 20 Jahren. Der Verein hatte seinen Sitz in Pritzwalk und engagierte sich für die regionale Wirtschaft rund um das Autobahndreieck Wittstock. Nun bietet die WIW den ehemaligen Mitgliedern des WADWD an, ihrem Verein beizutreten.

Erfolge des Wachstumskerns

Der WADWD war nach eigenen Angaben Initiator der ersten Präsenzstelle einer Hochschule in Brandenburg. Die Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule (TH) Brandenburg an der Havel ermöglichte der Region und den Unternehmen den Zugang zur Wissenschaft, betonte der bisherige Vorsitzende Mike Blechschmidt, ein Pritzwalker Unternehmer. Zudem organisierte der Verein 20 Jobstartmessen und entwickelte die digitale Plattform jobstartdigital.de mit Ausbildungs- und Studienangeboten für den Nordwesten Brandenburgs. Auch die Vernetzung von Wirtschaft, Politik und Kommunen sowie die Begleitung von Schulprojekten gehörten zu seinen Aktivitäten.

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Gründe für die Auflösung

Im vergangenen Jahr feierte der WADWD noch sein 20-jähriges Jubiläum, doch im Dezember gab der Vorstand das Ende bekannt. Bis zum 30. Juni sollen alle Projekte und laufenden Verträge abgewickelt werden. Blechschmidt erklärte, die Auflösung sei eine Konsequenz aus der Entwicklung der letzten Jahre. Dazu zählten der Verlust von Mitgliedsunternehmen, eine sinkende Nachfrage nach Angeboten und die Entstehung von Parallelstrukturen. In einer so kleinen Region wäre es sinnvoller gewesen, die Kräfte zu bündeln, so Blechschmidt. In den letzten Jahren seien „sozialfinanzierte Strukturen“ entstanden, die sich alle an der Schnittstelle zwischen Schule, Bildung und Wirtschaft bewegten, was zu Parallelprojekten führte. Auch Akteure wie der Landkreis Prignitz mit der Koordinierungsstelle „Türöffner: Zukunft Beruf“, die Industrie- und Handelskammer oder die Handwerkskammer seien in diesem Bereich aktiv.

Zukunft der Projekte

Die Messe „Jobstart“ und die Digitalplattform sollen unter neuer Trägerschaft fortgeführt werden. Die letzten Entscheidungen dazu stünden kurz bevor, so Blechschmidt, der diese Projekte als seine Herzensangelegenheiten bezeichnete. Sie werden als Angebote für junge Menschen, Ausbildungs- und Studienplatzsuchende sowie Rückkehrer weiter bestehen. Nach 20 Jahren habe sich der Wachstumskern die Sinnfrage stellen müssen. Die wirtschaftlichen Krisen der letzten Jahre hätten zudem dazu geführt, dass sich die Mitglieder zuerst um ihre Unternehmen kümmern müssten, sodass die Zeit für das Ehrenamt fehle.

Neue Perspektiven

Zuletzt gehörten dem WADWD noch 32 Unternehmen und vier Kommunen aus den Landkreisen Prignitz und Ostprignitz-Ruppin an, früher waren es über 40. Die Wirtschaftsinitiative (West-)Prignitz hofft nun, dass sich möglichst viele von ihnen dem erweiterten Verein anschließen. Lange betonte: „Wir arbeiten komplett freiwillig, der gesamte Verein ist ehrenamtlich organisiert.“ Diese Arbeit soll mit dem vergrößerten Verein fortgesetzt werden.

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