Asbest-Welle bei Spielzeug rollt weiter: Neue Rückrufe und Warnungen
Die besorgniserregende Häufung von Asbestfunden in Kinderspielzeug setzt sich fort. Ein weiteres Unternehmen hat nun Produkte zurückgerufen, nachdem Untersuchungen ergeben haben, dass der enthaltene Spielsand mit den gefährlichen Fasern belastet sein könnte. Asbest, einst als beliebter Baustoff eingesetzt, ist heute als krebserregend bekannt und kann schwere Lungenerkrankungen verursachen.
Fünf Ausgrabungs-Sets von Smyths Toys betroffen
Die Einzelhandelskette Smyths Toys mit über 200 Filialen in Europa wendet sich aktuell an Käufer mehrerer Ausgrabungs-Spielsets aus ihrer Dig-Serie. Konkret betroffen sind folgende fünf Produkte:
- Dino Dig Sensory Bin
- Gold Dig It Kit 10pcs
- Dig It Out Dinosaur Eggs
- Dig It Up Pirates 13 Treasure Set
- Gem Dig Kit 8 Pac
Der enthaltene Sand dieser Spielzeuge kann Asbestfasern enthalten, die beim Spielen freigesetzt und eingeatmet werden könnten.
Rückrufserie seit Februar 2026
Bereits seit dem 13. Februar 2026 häufen sich die Warnungen vor Asbest in Spielzeug. Inzwischen sind es insgesamt 14 Rückrufe allein wegen Asbestbelastung. Fast immer handelt es sich dabei um sandgefüllte, dehnbare Spielfiguren oder um speziellen Spiel- und Bastelsand. Rückrufaktionen gab es unter anderem bei TK Maxx, Hema und Aldi Süd. Betroffen waren dabei kleine Dinosaurier und Spielzeugautos vom Hersteller HTI.
Stiftung Warentest bestätigt Gefahr
Unabhängig von den Unternehmensrückrufen hat die Stiftung Warentest 18 bunte Spiel- und Bastelsande untersucht. In sechs der geprüften Produkte wurde Asbest nachgewiesen. Besonders stark belastet war der Dekosand dunkelblau von Heku, der zwei Asbestarten enthielt: Tremolit sowie Chrysotil. In fünf weiteren Produkten wurde ebenfalls Tremolit gefunden.
Reiner Metzger von der Stiftung Warentest warnt: „Wer einen der betroffenen Sande zu Hause hat, sollte ihn sofort sicher verschließen und nicht mehr anfassen.“ Gewöhnlicher Sandkastensand sei laut den Angaben nicht betroffen.
Richtiger Umgang mit belasteten Produkten
Die Stiftung Warentest gibt konkrete Handlungsempfehlungen für den Umgang mit möglicherweise belasteten Sandsanden:
- Beim Hantieren mit offenen Verpackungen sollten eine FFP2-Maske und Handschuhe getragen werden
- Der Sand sollte leicht angefeuchtet werden, um Staubentwicklung zu vermeiden
- Anschließend sollte er doppelt eingetütet als Sondermüll entsorgt werden
„Das Hantieren mit solchen Sanden im losen, trockenen Zustand setzt viele Asbestfasern frei“, erklärt Metzger die Gefahr.
Verbraucherschützer fordern Vorsicht
Sonja Pannenbecker von der Verbraucherzentrale Bremen appelliert an Eltern, drastische Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen: „Wir raten davon ab, Kindern Spielsand, Bastelsand und Montessori-Sandspieltische aus China zum Spielen zu geben.“ Auch bei buntem Dekosand aus China, beispielsweise zum Befüllen von Vasen, sollten Erwachsene äußerste Vorsicht walten lassen.
Alle betroffenen Anbieter wurden laut Stiftung Warentest informiert und haben die entsprechenden Produkte aus dem Handel genommen. Die jüngsten Prüfungsergebnisse bestätigen jedoch, dass die Gefahr durch asbesthaltiges Spielzeug weiterhin akut ist und erhöhte Aufmerksamkeit erfordert.



