Prominente Moderatorin zieht vor Gericht: Verona Pooth fordert höhere Entschädigung nach spektakulärem Einbruch
Gut vier Jahre nach dem spektakulären Diebstahl ihres wertvollen Schmucks zieht Verona Pooth vor Gericht. Die bekannte Moderatorin, Unternehmerin und Werbegesicht („Da werden Sie geholfen“) kämpft vor dem Landgericht Düsseldorf um einen höheren Schadenersatz von ihrer Versicherung. Nach einer Klage der Eheleute Pooth gegen einen Versicherungsmakler hat das Gericht nun eine gütliche Einigung angeregt.
Gericht schlägt Vergleich vor – Entscheidung im Mai erwartet
Der Vorschlag der Richter sieht vor, dass die Pooths etwa ein Drittel des geforderten Schadenersatzes erhalten sollen. Nach Gerichtsangaben beläuft sich dieser auf knapp 700.000 Euro. Zusätzlich könnte eine weitere Zahlung der Hausratversicherung in Betracht kommen. Über diese Details soll nun verhandelt werden. Das Landgericht Düsseldorf will am 11. Mai 2026 eine endgültige Entscheidung bekanntgeben.
„Ich wusste, dass es darauf hinauslaufen wird, dass man sich irgendwo einigen muss. Und natürlich bin ich nicht begeistert“, sagte Verona Pooth nach dem Prozesstag. Die Moderatorin beschrieb die Situation als „sehr belastend“ und sprach von einem „ewigen Druck oder Schmerz“, den sie mit dieser Geschichte weiterhin mit sich herumtragen müsse.
Vorwürfe gegen Versicherungsmakler – Unterversicherung als Kernproblem
Verona und Franjo Pooth werfen einer Maklerfirma schwere Pflichtverletzungen vor. Erst nach dem Diebstahl des Schmucks habe sich herausgestellt, dass sie deutlich unterversichert gewesen seien, wie Verona Pooth schilderte. Bei der ihr nach dem Diebstahl genannten Versicherungszahlung in Höhe von 650.000 Euro sei sie zunächst von einem Teilbetrag ausgegangen.
Die Maklerfirma hingegen bestreitet jegliche Pflichtverletzung, wie eine Gerichtssprecherin vor Prozessbeginn mitteilte. Sie erklärte, dass sie ihren vertraglichen Verpflichtungen vollumfänglich nachgekommen sei.
Schmucksammlung als Lebenswerk – Wert über eine Million Euro
„Ich habe über fünfundzwanzig Jahre mein ganzes Geld in Schmuck investiert. Das war mein Lebenswerk“, sagte Pooth der „Bild“-Zeitung vor Prozessbeginn. Während andere in Aktien oder Immobilien investiert hätten, habe sie gezielt hochwertigen Schmuck erworben.
Ihre Sammlung umfasste Diamanten, Gold und Markenstücke von renommierten Herstellern wie Rüschenbeck, Cartier und Rolex. „Schmuck verliert nicht an Wert“, erläuterte die Moderatorin. Der Gesamtwert ihrer Schmucksammlung habe über eine Million Euro betragen. Bisher sei jedoch nur ein Teil des Schadens reguliert worden, ein erheblicher Betrag bleibe offen.
Spektakulärer Einbruch bleibt unaufgeklärt – Täter auf der Flucht
Der Einbruch in die Villa der TV-Moderatorin am Heiligabend 2021 bleibt bis heute unaufgeklärt. Die Ermittlungsbehörden teilten bereits im Juli 2022 mit, dass die Täter nicht identifiziert werden konnten und die Ermittlungen eingestellt wurden. Von der Beute – darunter laut Pooth auch ihr wertvoller Hochzeitsschmuck – fehlt weiterhin jede Spur.
Überwachungsaufnahmen, die Pooth nach dem Einbruch selbst veröffentlicht hatte, legen nahe, dass vier Täter an dem Coup im Düsseldorfer Vorort Meerbusch beteiligt waren. Die Unbekannten nahmen unter anderem den gesamten Tresor mit, den sie in Pooths Kleinwagen verfrachteten und damit verschwanden. Die genauen Umstände des Einbruchs und der Flucht bleiben jedoch im Dunkeln.
Der Fall zeigt einmal mehr die Herausforderungen bei der Versicherung von hochwertigen Privatsammlungen und die langwierigen rechtlichen Auseinandersetzungen, die oft folgen, wenn Versicherungsleistungen als unzureichend empfunden werden.



