Winterreifen im Sommer: Teures Risiko trotz fehlendem Wechselzwang
Winterreifen im Sommer: Teures Risiko für Autofahrer (08.03.2026)

Winterreifen im Sommer: Ein teures Sicherheitsrisiko

In Deutschland herrscht eine situative Winterreifenpflicht, doch viele Autofahrer wissen nicht, dass die falsche Bereifung im Sommer teure Konsequenzen haben kann. Obwohl es kein Gesetz gibt, das den Wechsel zu Sommerreifen vorschreibt, können Versicherungen bei Unfällen die Kostenübernahme verweigern.

Grobe Fahrlässigkeit mit finanziellen Folgen

Die Kfz-Haftpflichtversicherung übernimmt in der Regel Schäden, die mit Winterreifen im Sommer verursacht wurden. Bei der Fahrzeugversicherung sieht das jedoch anders aus: Wird das Verhalten des Fahrers als grob fahrlässig eingestuft, kann die Versicherung die Kosten für Schäden am Unfallauto ganz oder teilweise ablehnen. Dies gilt besonders, wenn nachgewiesen wird, dass die Reifen durch sommerliche Temperaturen an Stabilität verloren haben.

ADAC-Test zeigt alarmierende Ergebnisse

Der ADAC hat in einem Test drei verschiedene Winterreifen-Modelle unter sommerlichen Bedingungen geprüft und mit Sommerreifen verglichen. Die Ergebnisse sind besorgniserregend: Auf trockener Straße verlängerte sich der Bremsweg aus Tempo 100 km/h mit Winterreifen deutlich. Ein Fahrzeug mit Sommerreifen kam bereits vor einem Hindernis zum Stehen, während das Auto mit Winterreifen noch mit etwa 37 km/h unterwegs war.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Versicherungsrechtliche Konsequenzen

Verursacht ein Autofahrer beispielsweise einen Auffahrunfall, kann die Versicherung argumentieren, dass dieser nur mit Winterreifen im Sommer geschehen konnte, da sich der Bremsweg dadurch verlängert. In solchen Fällen kann ein Schaden schnell mehr als 10.000 Euro kosten. Die weiche Gummierung von Winterreifen ist für hohe Temperaturen nicht ausgelegt, was zu schnellerem Verschleiß, erhöhtem Spritverbrauch und reduzierter Höchstgeschwindigkeit führt.

Empfehlungen für Autofahrer

Der ADAC rät dringend, rechtzeitig auf Sommerreifen zu wechseln. Wer dennoch abgenutzte Winterreifen weiterfahren möchte, sollte folgende Punkte beachten:

  • Hohe Temperaturen meiden: Winterreifen in der Übergangszeit (Mai/Juni) zu verwenden, ist weniger kritisch. Im Hochsommer stellen sie jedoch ein Sicherheitsrisiko dar.
  • Profiltiefe beachten: Winterreifen mit nahezu voller Profiltiefe (über vier bis fünf Millimeter) sollten im Sommer nicht weiterverwendet werden. Bei weniger als drei Millimeter Profiltiefe steigt das Aquaplaning-Risiko.
  • Geschwindigkeit reduzieren: Hohe Geschwindigkeiten können dazu führen, dass der Reifen überhitzt und seine Leistung beeinträchtigt wird.
  • Beladung berücksichtigen: Besonders bei voll beladenen Fahrzeugen, etwa auf Urlaubsreisen, ist die Verwendung von Winterreifen im Sommer kritisch.

Die Faustformel "O bis O" (Oktober bis Ostern) für Winterreifen bleibt eine sinnvolle Orientierung, doch Autofahrer sollten die Risiken im Sommer nicht unterschätzen. Ein rechtzeitiger Reifenwechsel schützt nicht nur die eigene Sicherheit, sondern auch den Geldbeutel.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration