Hangrutsch nach Starkregen löste Zugunglück von Riedlingen aus
Hangrutsch löste Zugunglück von Riedlingen aus

Knapp ein Jahr nach dem schweren Zugunglück von Riedlingen im Bundesland Baden-Württemberg haben die Ermittler die Ursache abschließend geklärt. Der Unfall, bei dem drei Menschen ums Leben kamen und zahlreiche weitere verletzt wurden, wurde durch einen Hangrutsch ausgelöst, der auf starke Regenfälle zurückzuführen ist. Dies geht aus einem Bericht der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung (BEU) mit Sitz in Bonn hervor.

Ermittlungsergebnis der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung

Die BEU veröffentlichte ihren Abschlussbericht am Mittwoch. Demnach ereignete sich das Unglück, als ein Regionalzug auf der Strecke entgleiste, nachdem ein durch Starkregen aufgeweichter Hang oberhalb der Gleise abgerutscht war. Die Erdmassen und Geröll trafen den Zug mit voller Wucht, was zur Entgleisung und zum Tod von drei Fahrgästen führte. Insgesamt wurden bei dem Unfall 16 Menschen verletzt, einige davon schwer.

Der Bericht hebt hervor, dass die Wetterbedingungen zum Zeitpunkt des Unglücks extrem waren. Innerhalb weniger Stunden waren in der Region um Riedlingen große Niederschlagsmengen gefallen, die den Boden aufweichten und letztlich den Hangrutsch auslösten. Die BEU empfiehlt in ihrem Bericht unter anderem eine Überprüfung der Frühwarnsysteme für Hangrutschungen an Bahnstrecken sowie eine verstärkte Überwachung gefährdeter Abschnitte bei Starkregenereignissen.

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Reaktionen und Konsequenzen

Die Deutsche Bahn als Betreiber der Strecke kündigte an, die Empfehlungen der BEU zu prüfen und umzusetzen. Ein Sprecher sagte: „Wir bedauern den tragischen Unfall zutiefst und werden alles daran setzen, die Sicherheit auf unseren Strecken weiter zu erhöhen. Die Analyse der BEU hilft uns dabei, gezielte Maßnahmen zu ergreifen.“ Die Staatsanwaltschaft hatte bereits kurz nach dem Unglück Ermittlungen aufgenommen, diese jedoch inzwischen eingestellt, da kein technisches Versagen oder menschliches Fehlverhalten festgestellt werden konnte.

Der Unfall hatte im Sommer des Vorjahres für großes Aufsehen gesorgt und eine Debatte über die Sicherheit von Bahnstrecken in Hanglagen entfacht. Lokale Politiker forderten damals eine schnellere Umsetzung von Schutzmaßnahmen gegen Erdrutsche. Der Riedlinger Bürgermeister zeigte sich erleichtert über die nun vorliegende Klärung der Ursache, betonte aber, dass die Lehren aus dem Unglück zügig gezogen werden müssten.

Hintergrund: Hangrutschungen und Starkregen

Hangrutschungen sind ein bekanntes Risiko in Mittelgebirgsregionen wie der Schwäbischen Alb, in deren Nähe Riedlingen liegt. Durch den Klimawandel nehmen Extremwetterereignisse wie Starkregen zu, was die Gefahr von Erdrutschen und Hangrutschungen erhöht. Die BEU hatte in der Vergangenheit bereits mehrfach auf die Notwendigkeit einer besseren Risikobewertung und -überwachung hingewiesen. Der Bericht zu Riedlingen unterstreicht diese Forderung erneut und liefert konkrete Daten zu den Niederschlagsmengen und Bodenverhältnissen am Unglückstag.

Die drei Todesopfer des Unglücks waren zwei Frauen und ein Mann im Alter zwischen 45 und 60 Jahren. Ihre Familien wurden von der Bahn und den Behörden betreut. Die Verletzten konnten nach und nach aus den Krankenhäusern entlassen werden, einige leiden jedoch noch unter den psychischen Folgen des Erlebnisses. Die Bahn hat inzwischen eine Entschädigungsregelung für die Opfer und Angehörigen getroffen.

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