Offenburg: Bei Massenschlägerei überrollter Mann außer Lebensgefahr
Offenburg: Überrollter Mann außer Lebensgefahr

Ein 28-jähriger Mann, der Mitte Juli bei einer Massenschlägerei in Offenburg von einem Sport Utility Vehicle (SUV) überrollt und schwer verletzt wurde, schwebt nicht mehr in Lebensgefahr. Die Ermittler konnten den Mann mittlerweile befragen. Nach aktuellem Ermittlungsstand gehen sowohl die Schlägerei als auch ein gewaltsamer Streit am Vorabend auf eine „zurückliegende zivilrechtliche Forderungssache im Zusammenhang mit einem Fahrzeug“ zurück, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei mit. Um was es dabei genau ging, blieb zunächst unklar.

Hintergrund der Auseinandersetzung

Bei der Auseinandersetzung am Vortag war ein Mann mit einem Messer am Auge verletzt worden. Die vier daran beteiligten Männer gehören nach Erkenntnissen der Polizei zum Umfeld der Gruppen, die aufeinander losgegangen sein sollen. In der Tatnacht eskalierte die Situation auf einem Parkplatz in einem Gewerbegebiet in Offenburg. Zehn bis 15 Personen gerieten in einen Streit, bei dem auch Baseballschläger zum Einsatz kamen.

Ablauf der Tatnacht

Im weiteren Verlauf stieg ein Mann in ein geparktes Auto. Der 28-Jährige stellte sich davor und wurde von dem losfahrenden Wagen überrollt und schwer verletzt. Das Fahrzeug flüchtete zunächst in unbekannte Richtung. Die Polizei geht davon aus, dass die Insassen nach der Flucht das Fahrzeug wechselten. Einsatzkräfte nahmen an einer Tankstelle drei Männer und eine Frau vorläufig fest und beschlagnahmten das Fahrzeug später in Kehl (Ortenaukreis).

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Ermittlungen und Festnahmen

Gegen den ebenfalls 28 Jahre alten Verdächtigen, der das Auto gefahren sein soll, ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdelikts. Er sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Zwei weitere Verdächtige wurden nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen aus dem Gewahrsam entlassen.

Drogenfunde im Hotelzimmer

Im Zuge der Ermittlungen wurde ein Hotelzimmer in Offenburg durchsucht, das einer der Fahrzeuginsassen des SUV angemietet hatte. Dabei fanden die Beamten rund 100 Gramm Cannabisprodukte und etwa 40 Gramm Kokain. Gegen den 26 Jahre alten Anmieter aus dem Ortenaukreis leitete die Staatsanwaltschaft ein separates Ermittlungsverfahren ein. Er war bereits wegen Drogen- und anderer Delikte aufgefallen.

Vorstrafen und Aufenthaltsstatus

Der in Untersuchungshaft sitzende 28-Jährige ist wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und gefährlicher Körperverletzung vorbestraft. Der Iraner wohnte zuletzt in Nordrhein-Westfalen. Ihm wurde behördlich eine vollziehbare Abschiebung angedroht. Sein Aufenthalt wird jedoch geduldet, da er wegen der aktuellen Erlasslage aus völkerrechtlichen und humanitären Gründen nicht in den Iran abgeschoben werden darf.

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