Überraschende Erbschaft für Winzerdorf
Eine kleine Winzergemeinde im Markgräflerland steht vor einer unerwarteten finanziellen Spritze: Der 83-jährige Physiker Hans-Joachim Neitzel, der Anfang des Jahres verstarb, hat die Gemeinde Auggen im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald als Alleinerbin eingesetzt. Das teilte Bürgermeister Ulli Waldkirch mit. Neitzel hatte keine nahen Angehörigen, weshalb sein Vermögen nun der Gemeinde zufällt.
Höhe des Erbes
Das Barvermögen beläuft sich auf rund 1,8 Millionen Euro, hinzu kommt ein knapp 900 Quadratmeter großes Baugrundstück im Wert von 449.000 Euro. Die Gesamtsumme beträgt somit etwa 2,2 Millionen Euro. Zuvor hatte die „Badische Zeitung“ über den Fall berichtet.
Letzter Wunsch des Verstorbenen
Der Verstorbene hatte nur einen Wunsch: Die Gemeinde solle einen kleinen Teil des Geldes nutzen, um sein Grab für die nächsten Jahrzehnte zu pflegen. Bürgermeister Waldkirch zeigte sich überrascht: „Wir waren sehr überrascht, da wir keine Vorahnung hatten.“ Das handschriftlich verfasste und privat hinterlegte Testament sei vom Nachlassgericht und von einem Notariat geprüft und für rechtsgültig befunden worden. Der Erbschein wurde Mitte Juni ausgestellt.
Verwendung der Mittel
Das Geld soll der gesamten Gemeinde zugutekommen. Unmittelbar profitiert der Ergänzungsneubau der Grundschule, etwa bei der Ausstattung und Spielplatzgestaltung. Für die nächsten 10 bis 15 Jahre ist ein kommunaler Fonds geplant, aus dem Projekte des Gemeindeentwicklungskonzepts finanziert werden sollen. Langfristig schwebt Waldkirch eine Bürgerstiftung vor, die Auggen dauerhaft fördern soll – mit dem Ziel, bereits im ersten Jahr eine spürbare Ausschüttung zu ermöglichen.



